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Nachspiel (2019)

Dokumentarfilm: Drei einstige Profifußballspieler gehen in ihren Dreißigern neue Lebens- und Berufswege.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Florian Kringe kam im Alter von 14 Jahren zu Borussia Dortmund und erhielt dort als Volljähriger einen Profivertrag. Später wurde er zum Stammspieler der ersten Mannschaft. Nachdem er zwischendurch an Hertha BSC ausgeliehen wurde, wechselte er nach dem Auslaufen seines Vertrages zum FC St. Pauli in die Zweitliga. Ein Hüftleiden führte jedoch dazu, dass er seine Spielerkarriere 2015 beendete und als Spielerberater aktiv wurde.

Heiko Hesse wiederum wurde als 15-Jähriger entdeckt und bald darauf mit der A-Jugend des BVB Deutscher Jugendmeister. Da er für sich im Profifußball keine Aufstiegschancen sah, kündigte er beim BVB, um sich einem Studium (zuerst in den USA, später in England) zu widmen. Später promovierte er in Ökonomie. Nach mehrjähriger Tätigkeit bei der Weltbank begann er für den Internationalen Währungsfonds in Washington, D.C. zu arbeiten. 2016 ging er als Vertreter des IWF zur Europäischen Kommission nach Brüssel.

Noch mal einen ganz anderen Weg schlug Mohammed Abdulai aus Ghana ein. Er wurde mit 15 Jahren zur BVB-Jugend geholt, schaffte es aber nicht in die Profimannschaft. So spielte er bis 2015 in Fußballvereinen der unteren Ligen, ehe er eine Ausbildung als Busfahrer anfing. Seither ist er für den ÖPNV im Ruhrgebiet tätig.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit dem Dokumentarfilm "Nachspiel" legt das Regie-Duo Christoph Hübner und Gabriele Voss den Abschlussteil der "Trilogie des Fußballer-Lebens" vor, die 1998 mit "Die Champions" begann und 2009 mit "Halbzeit" fortgesetzt wurde. Die beiden beobachten in ihrem neuen Werk die sehr unterschiedlichen Werdegänge dreier Fußballtalente von Borussia Dortmund über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren: Florian Kringe, Heiko Hesse und Mohammed Abdulai.

Kringe brachte es zum Stammspieler der ersten Mannschaft, musste seine Karriere als Spieler nach diversen Richtungswechseln aber aus gesundheitlichen Gründen beenden und hat im Bereich Beratung und Vermittlung ein neues Feld innerhalb des Fußball-Milieus für sich gefunden. Hesse und Abdulai wandten sich derweil vom Profifußball ab. Während es den einen in die Wirtschaft zog, wurde der andere Busfahrer. Die Lebenswege der drei Männer werden auf interessante und persönliche Weise nachgezeichnet. Aufnahmen der Jugendjahre werden aktuellen Szenen gegenübergestellt. Hübner und Voss lassen die Porträtierten selbst über ihre Entscheidungen und über die Entwicklungen in ihrem Leben reflektieren; darüber hinaus kommen etwa Trainer und Elternteile zu Wort. Wir erhalten Einblick in den heutigen Alltag der Ex-Spieler, im Beruf oder mit Familienmitgliedern. "Muss sich ändern, ist so", fasst Abdulai den Lauf der Dinge an einer Stelle zusammen. Immer wieder geht es um ernste Fragen: Was bedeutet Erfolg? Worauf kommt es an? Welche Ziele soll man sich setzen?

Die Kamera schafft es mit eindrücklichen Aufnahmen – etwa in Top-Shots, die das Treiben auf Fußballfeldern einfangen –, die Faszination für den Sport zu vermitteln und damit auch Leute, die keine großen Fußball-Fans sind, für das Geschilderte empfänglich zu machen.

Fazit: Ein gelungener Abschluss des zwei Dekaden umfassenden Langzeitprojekts, in dem das Leben nach dem Fußball im Zentrum steht – mit vielen privaten Eindrücken und überzeugenden Bildern.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 94 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 12.08.2021
Regie: Christoph Hübner, Gabriele Voss
Verleih: Real Fiction

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