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The King of Staten Island
The King of Staten Island
© Universal Pictures International

The King of Staten Island (2020)

Coming-of-Age-Drama eines vaterlosen Sohnes, der nicht erwachsen werden will.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Scott Carlin (Pete Davidson) ist 24 Jahre alt und wohnt noch bei seiner Mutter Margie (Marisa Tomei) im New Yorker Stadtteil Staten Island. Seine jüngere Schwester Claire (Maude Apatow) verabschiedet sich aufs College, aber Scott, der die Highschool abgebrochen hatte, lebt weiter in den Tag hinein. Er liegt auf dem Sofa, kifft, hängt mit seinen Kumpels ab oder hat Sex mit Kindheitsfreundin Kelsey (Bel Powley), mit der er aber nicht offiziell zusammen sein will. Scotts Traum ist es, ein Tattoo-Restaurant aufzumachen und nicht nur seine Mutter findet die Idee abwegig. Als Scott sieben Jahre alt war, starb sein Vater im Dienst als Feuerwehrmann in New York. Auf diesen unbewältigten Verlust führt Scott bis heute seine depressive Antriebslosigkeit zurück.

Da tritt der Feuerwehrmann Ray (Bill Burr) in Margies Leben. Scott sieht seine Mutter aufblühen, aber er lässt nichts unversucht, um Ray zu vergraulen. Denn auf einmal setzt Margie, assistiert von Ray, ihrem Sohn ein Ultimatum: Bis zum Sommer soll er sich eine eigene Wohnung gefunden haben und ausziehen. Scott glaubt das alles nicht so recht, aber als er einen Streit mit Ray vom Zaun bricht, spitzt sich seine Lage schneller als gedacht zu.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Eigentlich ist der Filmemacher Judd Apatow für Komödienstoffe wie "Jungfrau (40), männlich, sucht..." und "Beim ersten Mal" bekannt. Nun aber hat er Regie geführt bei einem trotz des auch hier vorhandenen Humors im Grunde ernsten Film. Er würdigt die Arbeit der Feuerwehrmänner, die in New York ohnehin einen heldenhaften Ruf besitzen und lenkt zugleich den Blick auf die Folgen des Jobs für ihr Familienleben. Der Hauptdarsteller Pete Davidson, der als Comedian der TV-Show "Saturday Night Live" bekannt wurde, wirkte am Drehbuch mit, das auf Motiven seines eigenen Lebens basiert. Die Dramödie, in der er einen jungen vaterlosen Taugenichts spielt, ist seinem Vater Scott Davidson gewidmet. Der Feuerwehrmann starb bei einem Rettungseinsatz nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Der Film bringt das Kunststück fertig, amerikanischen Ikonen zu huldigen, wie den pflichtbewussten Rettungskräften oder einer liebenden und starken Mutterfigur, ohne peinlich zu wirken. Denn Hauptcharakter Scott ist ein Freund des schnoddrigen Humors. Er muss nur auf der schicken Abschlussparty seiner Schwester, auf den Zuschauerrängen eines Stadions auftauchen, und schon stößt er mit respektlosen, treffsicher ironischen Kommentaren alle vor den Kopf. Weil Scott es schafft, seine Aura eines Verlierers mit einer Haltung abgeklärten Spotts zu veredeln, gibt es immer wieder viel zu lachen. Davidson lässt den Charakter sehr glaubwürdig auf einem schmalen Grat wandeln, ihn mal als traurige Figur, dann wieder als Nervensäge, als kindlich rücksichtslos, als blitzgescheit aber zynisch erscheinen.

Auch Bill Burr, der Darsteller des Feuerwehrmanns Ray, ist von Haus aus Comedian. Hier spielt er nun einen Mann, der nicht als Karikatur angelegt ist, aber als Gutmensch doch über einige Schwächen verfügt, über die man lachen kann. Auf diese Weise haftet ihm, wie auch Scott, ein Realismus an, der auch die Milieuschilderung auszeichnet. Das unglamouröse Arbeiterviertel Staten Island wird als Kiez sichtbar, in dem die Charaktere nicht hinter Image- oder Statuspflege verschwinden. Mit einer Erzählfreude, wie sie ansonsten eher Serien kennzeichnet, vertieft sich der Film in Szenen aus dem Alltagsleben. Seine humorvolle Erdung sorgt dafür, dass er dabei nicht langweilig wird.

Fazit: Die vom Leben des Hauptdarstellers Pete Davidson inspirierte Dramödie über einen jungen Mann, dessen Vater als Feuerwehrmann im Einsatz starb, zeichnet sich durch liebevollen Realismus aus. Unter der Regie von Judd Apatow entfaltet sich die schillernde Persönlichkeit eines Hauptcharakters, der antriebslos, nichtsnutzig, eine Nervensäge und ein gescheiter, provozierender Sprücheklopfer ist. Dahinter wird eine existenzielle Traurigkeit spürbar, ein Abgehängtsein, das ein Echo im filmischen Schauplatz, dem unglamourösen New Yorker Viertel Staten Island, findet. Die in epischer Ausführlichkeit erzählte Geschichte unterhält mit ihrer humorvollen und differenzierten Art, sich auf Figuren und Situationen einzulassen.




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Land: USA
Jahr: 2020
Genre: Drama, Biopic
Länge: 137 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 30.07.2020
Regie: Judd Apatow
Darsteller: Marisa Tomei als Margie, Maude Apatow, Bel Powley als Kelsey
Verleih: Universal Pictures International

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