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Becoming Nobody - Die Freiheit niemand sein zu müssen
Becoming Nobody - Die Freiheit niemand sein zu müssen
© 24 Bilder © polyband

Kritik: Becoming Nobody - Die Freiheit niemand sein zu müssen (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In seinem dokumentarischen Werk "Becoming Nobody – Die Freiheit niemand sein zu müssen" widmet sich Jamie Catto dem spirituellen Lehrer Ram Dass (1931-2019, geboren als Richard Alpert), der sich in den 1960er Jahren dem Hinduismus zugewandt hatte. Dabei präsentiert Catto jedoch kein klassisches Filmporträt, das sämtliche Stationen im Werdegang des Dargestellten schildert, sondern einen Mix aus Interview-Passagen, Bildercollagen und Mitschnitten diverser Live-Auftritte.

So sehen wir den Regisseur – der ein Schüler des Porträtierten ist – in vielen Momenten selbst, wie er im Jahre 2015 mit Ram Dass in dessen Zuhause auf Maui spricht und ihm Fragen zu seinen spirituellen Erkenntnissen stellt. Das Gespräch dient nicht der kritischen Auseinandersetzung mit Ram Dass' Lehre; auch geht es nicht darum, Näheres über die Biografie des Befragten zu erfahren. Die Situation profitiert allerdings von der Chemie zwischen Ram Dass und dem Filmemacher – und, nicht zuletzt, von der einnehmenden, humorvollen Art des Lehrers. Diese ist auch in den Aufnahmen spürbar, die Ausschnitte aus Ram Dass' Vorträgen vor großem Publikum zeigen: Er bringt Menschen zum Lachen, zum Singen und zum Nachdenken, wenn er etwa von seinen Erlebnissen und Gefühlen oder vom Umgang mit dem Tod erzählt. Zudem hat Catto unter anderem Fotografien, Archivaufnahmen, Cartoon- und (Lehr-)Film-Clips sowie Bilder des Stadt- und Landlebens zusammengetragen, die mit den Worten von Ram Dass unterlegt werden.

An einigen Stellen hätte man sich durchaus eine Vertiefung gewünscht, um zum einen mehr vom Leben des ehemaligen Psychologie-Professors aus Harvard zu sehen und zu hören und um zum anderen einen genaueren Einblick in dessen Vorstellungen zu gewinnen. So bleibt von "Becoming Nobody" in erster Linie ein sympathischer Eindruck von Ram Dass als Gesprächspartner und Redner.

Fazit: Ein dokumentarisches Porträt über den spirituellen Lehrer Ram Dass, das dessen Charisma im Interview und in öffentlichen Auftritten einfängt.




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