VG-Wort

oder

Kritik: Cody - Wie ein Hund die Welt verändert (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Schweizer Filmkomponist Martin Skalsky legt mit "Cody – Wie ein Hund die Welt verändert" sein Regiedebüt vor. Er geht darin auf intensive Spurensuche, um die frühen Jahre seines titelgebenden Hundes in den Straßen von Rumänien zu beleuchten. Damit schildert er die individuelle Hintergrundgeschichte eines Tieres – gibt jedoch auch einen größeren Einblick in die bedrohliche Situation von rumänischen Straßenhunden. Außerdem geht es ihm um die Frage, wie wir Menschen mit Hunden umgehen sollten und wie wir diese womöglich besser verstehen können.

Zur Beantwortung dieser Fragen lässt Skalsky etwa die Sachbuchautorin Maike Maja Nowak zu Wort kommen, deren zehn "Grundrechte der Hunde" im Laufe des Films eingeblendet werden. Auch der Philosophieprofessor Mark Rowlands und die Hunde-Shelter-Gründerin Lya Battle zählen zu den Interviewten. In der rumänischen Stadt Târgoviște trifft sich Skalsky mit der engagierten Tieraktivistin Cristina Paun, die neben Cody und dessen einstiger Gefährtin Blanche schon circa 6000 bis 8000 Hunden das Leben gerettet hat.

Skalskys Ambition ist es, seinem Hund stets auf Augenhöhe und mit entsprechendem Respekt zu begegnen. Dieses Bemühen ist dem filmischen Ergebnis deutlich anzusehen. So hinterfragt der Regisseur seine eigenen Gedanken und sein Vorgehen immer wieder kritisch – und beutet seinen Hund nie für rührselige, kitschige Momente aus. In kurzen Szenen wird spürbar, dass Cody zu einem wichtigen Mitglied der Familie geworden ist; ansonsten steht der Wille, mehr über Codys Vergangenheit in Erfahrung zu bringen, ganz im Zentrum des dokumentarischen Porträts.

Fazit: Ein empathischer Dokumentarfilm, der sich einer Hundebiografie widmet und mehr über das Miteinander von Mensch und Tier herausfinden will.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.