VG-Wort

oder
SEIN - gesund, bewusst, lebendig
SEIN - gesund, bewusst, lebendig
© Die FILMAgentinnen © Spuren-Pfade-Filme

Kritik: SEIN - gesund, bewusst, lebendig (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dieser Dokumentarfilm von Bernhard Koch ist von einer positiven Botschaft geprägt, die Mut macht. Sie lautet, dass jeder Mensch über starke Selbstheilungskräfte verfügt, die sich durch einen bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper und Geist aktivieren lassen. Hier erzählen Protagonisten, wie eine schwere Krankheit oder ein Unfall sie aus der gewohnten Lebensbahn warf. Sie begannen, ihren Alltag umzustellen und zu experimentieren, mit Yoga, Meditation, Sport, neuen Ernährungsformen.

Ihre Erzählungen sind eindrucksvolle Belege dafür, dass Menschen mit solchen Methoden von Schmerzen, körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen befreit werden können. Flankierend kommen auch eine große Anzahl von Medizinern, Therapeuten und anderen Experten zu Wort, die in verschiedenen Einrichtungen von der Fastenklinik bis zum Meditationszentrum tätig sind.

In den Schilderungen der Protagonisten und der Experten ist wiederholt von einigen ungesunden Faktoren der modernen Lebensweise die Rede. Die Hektik des städtischen Alltags, die Leistungsanforderungen im Beruf, die Reizüberflutung verursachen den Aussagen zufolge einen hohen Stresspegel bei sehr vielen Menschen. Mehr als einmal ist aus Expertenmund zu hören, für solche Lebensbedingungen sei der Mensch nicht geschaffen. So wie Stephan haben auch andere Protagonisten den Beruf gewechselt, tun sich selbst Gutes mit Aufenthalten in der Natur und dem Hineinhorchen in sich selbst.

Visuell ist der Film ansprechend gestaltet. Die Kamera begleitet beispielsweise Stephan auf seinen Streifzügen in der Natur, schaut ihm beim Probieren von Wildkräutern zu. Vögel singen, aus dem Off erklingt sanfte Instrumentalmusik. Auch die Aufnahmen in den verschiedenen Kliniken und Meditationszentren strahlen Ruhe und Erholsamkeit aus. Wer auf der Suche nach Einrichtungen ist, die Fasten, Yoga und Selbsterfahrung anbieten, kann hier wie in einem Prospekt wählen.

Die schiere Anzahl der Therapeuten und Wissenschaftler aber ist so groß, dass diese einzeln gar nicht vertiefend zu Wort kommen können. Auch ist die thematische Gliederung unklar, immer wieder springt der Film beispielsweise zwischen Meditation und Ernährung hin und her. Dennoch ist Koch ein ausgesprochen inspirierender Dokumentarfilm gelungen, der glaubhaft demonstriert, wie viel der Mensch selbst für mehr Wohlbefinden und seine Gesundheit tun kann.

Fazit: Indem der Dokumentarfilm von Bernhard Koch Menschen von ihren positiven Erfahrungen mit Meditation, Yoga, bewusster Ernährung und Fasten berichten lässt, übt er selbst eine wohltuende Wirkung aus. Kranke, die mit solchen Methoden schmerz- und symptomfrei wurden, Experten in Kliniken und Heilzentren schildern glaubhaft und beeindruckend, wie sich die Selbstheilungskräfte fördern lassen. Eine Kultur der Achtsamkeit, die auf Überfluss, Hektik und Reizüberflutung verzichtet, kann auch gesunden Menschen eine ganz neue Lebensqualität bieten. Schon kleine Inseln der Selbstbesinnung im Alltagsstress stärken die Widerstandsfähigkeit.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.