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Yalda (2019)

Yalda - a night for Forgiveness

Drama: Eine junge Frau muss in einer iranischen Live-Sendung verhindern, dass sie hingerichtet wird.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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In der Nacht der Wintersonnenwende wird die Iranerin Maryam (Sadaf Asgari) von der Polizei in ein Fernsehstudio gebracht, um dort in der live übertragenen Fernsehshow "Freude des Vergebens" ihrer Hinrichtung zu entgehen. Maryam wurde zum Tode verurteilt, da sie angeblich den Mann, mit dem sie eine Ehe auf Zeit führte, ermordet haben soll. Vor laufender Kamera soll sie nun Mona (Behnaz Jafari), die Tochter des Toten, um Vergebung bitten und damit ihr Leben retten. Zugleich muss sie ein Millionenpublikum für sich einnehmen, damit dieses per SMS zu ihren Gunsten abstimmt und der Sponsor der Sendung das Blutgeld übernimmt, das Mona für den Tod ihres Vaters erhalten soll.

Während der Moderator Omid (Arman Darvish) mit den beiden Frauen diskutiert, zieht hinter den Kulissen der Produzent Ayat (Babak Karimi) die Fäden. Maryams Mutter (Fereshteh Sadre Orafaiy) verfolgt derweil ebenfalls backstage den Verlauf der Show, in der immer neue Dinge ans Licht kommen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die iranisch-französisch-deutsch-schweizerisch-luxemburgische Co-Produktion "Yalda" des 1972 in Teheran geborenen Drehbuchautors und Regisseurs Massoud Bakhshi wurde auf dem Sundance Film Festival 2020 mit dem World Cinema Grand Jury Prize ausgezeichnet und lief auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion Generation 14plus. Es handelt sich um Bakhshis zweiten Spielfilm nach dem Drama "Eine respektable Familie" (2012). Abermals gelingt es dem Filmemacher, spannungsvoll vom Verhältnis zwischen Politik und Privatheit im Iran zu erzählen.

Mit den Arbeiten von Bakhshis Landsmann Asghar Farhadi ("Nader und Simin – eine Trennung", "The Salesman") verbindet "Yalda" die präzise Beobachtung gesellschaftlicher Strukturen sowie sozialer Ungleichheiten und die Kombination aktueller Themen mit Elementen klassischer Tragödien. Die energische und dichte Inszenierung der Medienwelt lässt zudem an New-Hollywood-Werke wie "Network" (1976) von Sidney Lumet und "Das China-Syndrom" (1979) von James Bridges denken. Die bereits von Lumet geübte Kritik am Zynismus und an der Absurdität von Fernsehshows, die Menschenschicksale ausbeuten, lässt sich hier ebenso erkennen wie die Virtuosität von Bridges im Blick hinter die medialen Kulissen. Dass Reality-TV-Formate wie die im Film gezeigte Sendung "Freude des Vergebens" in ähnlicher Form laut Bakhshi im Iran tatsächlich existieren, macht "Yalda" zu einer äußerst erschütternden Auseinandersetzung mit einem von der Justiz unterstützten Machtmissbrauch.

Hauptdarstellerin Sadaf Asgari überzeugt als junge Frau, die live on air um Vergebung flehen muss, mit ihrer intensiven Interpretation ebenso wie die betont kühl agierende Behnaz Jafari ("Drei Gesichter"). Auch in den Nebenrollen ist der Film durchweg gut besetzt.

Fazit: Ein kritischer Blick auf unterdrückende und exploitative Mechanismen in der iranischen Gesellschaft – dicht inszeniert und gekonnt gespielt.




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Land: Iran, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Luxemburg, Libanon
Jahr: 2019
Genre: Thriller, Drama
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 27.08.2020
Regie: Massoud Bakhshi
Darsteller: Sadaf Asgari, Behnaz Jafari als Mona, Babak Karimi als Ayat, der Produzent
Verleih: 24 Bilder, Little Dream Entertainment GmbH

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