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Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee
Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das zweite Kino-Abenteuer der Hamburger Kinderdetektive, die sich "Die Pfefferkörner" nennen, bietet mit einem Entführungsfall echte Krimispannung. Alice, Tarun und ihre Mitstreiter*innen riskieren Kopf und Kragen, indem sie mutig Taruns verschwundene Mutter suchen, gegen die Müll-Mafia ermitteln und einen Forschungsdiebstahl aufklären wollen. Wie schon im ersten Kinofilm aus dem Jahr 2017, "Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs", führte wieder Christian Theede Regie nach einem Drehbuch von Dirk Ahner. Neben Alice, die schon im ersten Kinofilm dabei war, kommen hier neue Kinderdetektive zum Zuge, die auch in der 17. Staffel der beliebten Fernsehserie "Die Pfefferkörner" zu sehen sind. Darin tritt bereits die elfte Generation der Kinderdarsteller der seit 1999 laufenden Serie auf.

Erneut setzt Theede auf Action, die im Stil an die James-Bond-Filme denken lässt. Schon die Eröffnungssequenz an der nordirischen Steilküste bietet eine Verfolgungsjagd über eine Hängebrücke und mit waghalsiger Kletterpartie. Die Kinderdetektive sind fast ständig auf Achse, zum Teil wird die Spannung noch durch parallele Handlungsstränge erhöht. Jonny vollführt mit seinem BMX-Rad bei der Verfolgung eines Autos spektakuläre Sprünge. Die gewitzten Einfälle der Kinder bestimmen oft die Action. So montieren sie eine Kamera auf ein ferngesteuertes Spielzeugauto, um den dubiosen Unternehmer Fleckmann auszuspionieren. Besonderen Pfiff erhält die Geschichte, indem sich ausgerechnet Clarissa, die kleinste Detektivin, als Expertin im Umgang mit Computer und Handy erweist.

Auch der Wechsel der Schauplätze erinnert an Agentenfilme für Erwachsene. Er bietet schöne Küstenlandschaften, Hamburger Stadtpanoramen, Action in einer Müllhalle. Aus der Verfolgungsszene in einem halbdunklen Aquarium hätte noch mehr Spannung herausgeholt werden können, so reizvoll wie der Ort erscheint. Sehr aktuell wirkt die Thematik der Meeresverschmutzung, um die der ganze Kriminalfall kreist. Pädagogisch wertvoll und zudem realitätsnah ist auch der Einfall, eines der Kinder eine Leseschwäche haben zu lassen, für die es sich schämt. Selbst Helden können Defizite haben. Dennoch bleibt wenig Raum für die Charakterzeichnungen und manchmal wirken die Dialoge hurtig und linkisch aufgesagt. Außer vielleicht Clarissa wachsen einem diese auf Action geeichten Figuren nicht wirklich ans Herz.

Fazit: Unter der Regie von Christian Theede setzt auch dieses zweite Kino-Abenteuer der Hamburger Kinderdetektive auf Action im James-Bond-Stil. Mit ihren gewitzten Einfällen geben Alice, Tarun, Jonny, Clarissa und Hanna den Ermittlungen und Verfolgungsjagden eine originelle Note. Der Krimifall, den sie zu lösen haben, verbindet Spannung mit dem hochaktuellen Thema der Meeresverschmutzung. Auch der reizvolle Wechsel der Schauplätze an Küsten und in der Großstadt lässt beinahe vergessen, dass die Charakterzeichnung etwas zu kurz kommt.







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