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We almost lost Bochum - Die Geschichte von RAG
We almost lost Bochum - Die Geschichte von RAG
© mindjazz pictures

Kritik: We almost lost Bochum - Die Geschichte von RAG (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Im Dokumentarfilm "We Almost Lost Bochum – Die Geschichte von RAG" widmet sich das Regie-Duo Julian Brimmers und Benjamin Westermann der bahnbrechenden deutschen Rap-Crew RAG (Ruhrpott AG) aus dem Ruhrgebiet, die zwischen 1998 und 2001 mit "Unter Tage" und "P.O.T.T.E.N.T.I.A.L." zwei prägende Hip-Hop-Alben veröffentlicht hat, sich anschließend jedoch auflöste. Das Werk zeigt, wie RAG etwa die Künstler Jan Delay, Kool Savas und Marteria beeinflusst hat und welche Bedeutung die Gruppe in der Deutschrap-Szene einzunehmen vermochte.

Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie reflektiert und selbstkritisch die verbliebenen drei Mitglieder Pahel, Aphroe und Mr. Wiz von der damaligen Zeit erzählen – zum Beispiel von der Schwierigkeit, sich als Künstler bei der Arbeit am zweiten Album plötzlich mit Geschäftsleuten und deren Anliegen arrangieren zu müssen. In seinen Interview-Passagen lässt der Film Ambivalenzen zu, statt auf harmonische Nostalgie zu setzen. Auch die Art und Weise, wie sich das Trio (neben weiteren Personen aus dessen Umfeld) an den 2011 verstorbenen Galla erinnert, bleibt in Erinnerung.

"We Almost Lost Bochum" wirft einerseits einen reizvollen Blick zurück in die Szene der 1990er Jahre, wodurch er ein interessantes Kapitel der deutschen Musikgeschichte und Jugendkultur beleuchtet, und spürt andererseits der heutigen Lebenssituation von Pahel, Aphroe und Mr. Wiz nach. Auch hier geben die drei Männer einen angenehm unverstellten Einblick, was dem Werk etwas äußerst Sympathisches verleiht. Nicht zuletzt begleiten Brimmers und Westermann das Trio beim RAG-Comeback nach 15-jähriger Bühnenabstinenz.

Fazit: Ein spannender, aufrichtiger Blick auf die deutsche Hip-Hop-Szene der Endneunziger und auf die Mitglieder der stilprägenden Crew RAG.




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