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Kritik: Unser Boden, unser Erbe (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Bewusstsein für die Bedeutung von Boden schaffen und das Verständnis dafür in der Gesellschaft verankern – zwei der Ziele dieser (Natur-) Doku, die von Marc Uhlig inszeniert wurde. Der 42-jährige verfasste auch das Drehbuch. Uhlig ist ausgebildeter Mediengestalter (Bild und Ton) und lebt als freischaffender Regisseur und Produzent mit seiner Familie in Karlsruhe. Der Film startet pünktlich zum Erntedankfest in den Kinos.

Unaufgeregt erklärt uns "Unser Boden, unser Erbe", wieso wir alle mit dem Boden, den wir viel zu oft "mit Füßen treten", umsichtiger und – vor allem – nachhaltiger umgehen sollten: Als (nach den Weltmeeren) größter CO2-Speicher trägt er ganz entscheidend zur Treibhausgas-Senkung bei. Zudem ernährt unser Boden die Welt. Dennoch richten wir ihn selbst zugrunde, mit schädlicher Landwirtschaft. All dies erklären im Film Agrarwissenschaftler, Geografen, Umweltwissenschaftler und Experten, die dem Betrachter fachkundig und informativ das komplexe Sujet näherbringen.

Darüber hinaus weitet Uhlig seinen Blick und interessiert sich in seiner auf einen Off-Kommentar verzichtenden Doku auch für uns Konsumenten, die Verbraucher, und die Landwirte. So kommen etwa Biobauern zu Wort, denen wir bei der Arbeit über die Schulter blicken. Einer erklärt, wieso er auf seinem Acker und Grünland lieber noch selbst Hand anlegt (anstatt auf Kunstdünger zu setzen), wie so ein Acker eigentlich beschaffen ist und was die Qualität eines ertragreichen, fruchtbaren Bodens ausmacht.

Er wünsche sich, dass Landwirtschaft für die Menschen wieder mehr Bedeutung habe und Wert geschätzt werde, bringt es einer der Hinterfragten auf den Punkt. Doch er äußert dies, und genauso geht auch der Regisseur vor, ohne erhobenen Zeigefinger. Uhlig will aufzeigen, wie kostbar eine gesunde, auf Qualität angelegte, wertgeschätzte Bodenfruchtbarkeit ist – und es gelingt ihm, dank eines unaufdringlichen, angenehm aufklärerischen Regie-Stils.

Fazit: Informative, sensibel umgesetzte Doku über die Zusammensetzung, den Wert und den menschlichen Umgang mit unserem Boden.




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