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Eine Private Angelegenheit (2017)

Una questione privata

Italienisches Drama über einen Partisanen, dem die Zweifel am Fundament einer romantischen Liebe fast den Verstand rauben.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Milton (Luca Marinelli) kämpft gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als Partisan in den Bergen der norditalienischen Region Piemont. Als er an einem herrschaftlichen Landhaus vorbeikommt, bittet er die Haushälterin, ihm Eintritt in das verlassene Gebäude zu gewähren. Hier wohnte Fulvia (Valentina Bellè), die junge Frau, in die er unsterblich verliebt war und noch ist. Fulvia sei nach Turin gezogen und kehre wohl nicht mehr zurück, sagt man ihm, doch Milton ist anderer Ansicht. Erinnerungen an glückliche Stunden mit der fröhlichen Fulvia und mit seinem besten Freund Giorgio (Lorenzo Richelmy) werden wach. Doch dann sagt die Haushälterin etwas über Giorgio und Fulvia, was Milton aus dem seelischen Gleichgewicht bringt. Sind diese beiden womöglich ein Liebespaar und haben sich einander versprochen?

Milton ist entschlossen, Giorgio sofort zu finden und zur Rede zu stellen. Dafür muss er Giorgios Partisaneneinheit in den Bergen einen Besuch abstatten. Doch als er dort ankommt, erfährt er, dass Giorgio gerade von den Faschisten gefangen genommen wurde. Der Tod ist ihm sicher, wenn sich nicht ein faschistischer Gefangener für einen Austausch auftreiben lässt. Verzweifelt lässt Milton bei allen Partisanengruppen in der Region anfragen, doch er hat kein Glück. Also beschließt er unter Lebensgefahr, selbst einen Faschisten zu fangen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Für diese originelle Mischung aus Melodram und historischem Kriegsgeschehen schrieben die schon seit den 1960er Jahren renommierten Autorenfilmer Paolo und Vittorio Taviani ("Padre Padrone") ein letztes Mal gemeinsam das Drehbuch. Die Regie musste Paolo Taviani jedoch nach einem Unfall seines Bruders Vittorio, der 2018 schließlich auch verstarb, allein führen. Auf dem gleichnamigen, 1963 erschienenen Roman von Beppe Fenoglio basierend, erinnert der Film lebhaft und authentisch an die zahllosen Helden des italienischen Partisanenkampfs während des Zweiten Weltkriegs.

Der ehemalige Student Milton – diesen Namen verdankt er seiner Englischlehrerin – wirkt abwesend und in sich versunken. Man gewährt ihm eine kurze Auszeit, damit er mit seinem Studienfreund Giorgio klären kann, wie sie beide zu Fulvia stehen. In den Rückblenden, die Miltons Erinnerungen folgen, sind die drei jungen Leute oft unbeschwert zusammen. Giorgio tanzt mit ihr und sie wünscht sich vom schüchternen, intellektuell wirkenden Milton Briefe. Wie in einem altmodischen Melodram – Judy Garland singt sogar "Somewhere over the Rainbow" - klammert sich der hervorragend gespielte Milton an die im Gedächtnis abgespeicherte, nun aber so entrückt und sogar trügerisch wirkende Romanze.

Der Nebel, der die Hügel verhüllt, steht für Orientierungslosigkeit und Trübsal. Die Faschisten patrouillieren durch die Dörfer, erschießen Bauern. Manchem raubt dieser grausame Krieg, in dem sich viele Partisanen als ehemalige Nachbarn kennen, den Verstand. Eine eindringliche Szene gilt einem faschistischen Gefangenen, der besessen in der Luft Schlagzeug spielt und mit dem Mund die Laute formt, die wie Gewehrsalven klingen.

Der Nebel symbolisiert die Gefahr, auch den inneren Kompass zu verlieren. Milton kämpft gegen einen möglichen Irrtum des Herzens. Zugleich will er das Leben seines besten Freundes, der auch sein Rivale ist, retten. Diese Zerreißprobe schildert der Film sehr spannend und bewegend als persönliche Odyssee inmitten des Krieges. Die Wehmut des Melodrams geht mit inszenatorischer Eleganz einher, um an alte Hollywoodfilme zu erinnern und an die heute im Kino oft vernachlässigte Kraft der großen Gefühle.

Fazit: Der 2018 verstorbene Vittorio Taviani und sein Bruder Paolo haben das Drehbuch zu diesem Melodram, das zugleich Kriegsfilm ist, noch gemeinsam geschrieben. Regie musste der betagte Paolo Taviani allein führen. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Beppe Fenoglio aus dem Jahr 1963 würdigt mit lebendiger Authentizität die Partisanenkämpfe während des Zweiten Weltkriegs, an denen Bauern neben Studenten teilnahmen. Der junge Held droht sich im Nebel der Piemonteser Berge aber vor allem innerlich zu verlieren, in den Rätseln einer ergreifenden romantischen Dreiecksgeschichte, an deren Erinnerung er sich verzweifelt klammert.




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Land: Italien
Jahr: 2017
Genre: Drama, Romantik, Historie
Länge: 84 Minuten
Kinostart: 03.09.2020
Regie: Paolo Taviani
Darsteller: Luca Marinelli, Lorenzo Richelmy, Valentina Bellè
Verleih: Kairos Film

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