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I miss you (2020)

Tu me manques

Drama: Ein bolivianischer Vater muss den Suizid seines Sohnes verarbeiten – und reist nach New York zu dessen Ex-Freund.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der Mittzwanziger Gabriel aus Bolivien, der eine Beziehung mit dem Theatermacher Sebastian (Fernando Barbosa) in New York führte, nimmt sich das Leben, kurz nachdem er beschlossen hatte, die USA wieder zu verlassen und zu seiner Familie zurückzukehren. Durch Zufall tritt Gabriels trauernder Vater Jorge (Oscar Martínez) via Chat mit Sebastian in Kontakt und macht diesem schwere Vorwürfe.

Jorge reist kurzerhand nach New York, um mit Sebastian zu reden. Während Sebastian ein Stück in Szene setzt, das sich mit seiner Beziehung zu Gabriel und dessen Freitod befasst, lässt er Jorge trotz vieler Konflikte an seinen Erinnerungen teilhaben. Allmählich muss sich der konservative Jorge seine Mitschuld an den Geschehnissen eingestehen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit "I Miss You" hat der bolivianische Drehbuchautor und Regisseur Rodrigo Bellott ("Dependencia sexual") sein eigenes Theaterstück für die Leinwand adaptiert. Die Vorlage erregte in Bellotts Heimatland große Aufmerksamkeit und animierte dort zum Nachdenken über Homophobie und über die Situation junger queerer Menschen im südamerikanischen Raum. Für sein Skript erhielt Bellott auf dem letztjährigen L.A. Outfest den Grand Jury Award; zudem wurde der Film 2019 von Bolivien ins Oscar-Rennen geschickt.

Das Werk schildert einfühlsam, wie der trauernde Vater Jorge versucht, mit dem Suizid seines schwulen Sohnes Gabriel sowie den eigenen Schuldgefühlen umzugehen. In Rückblenden wird eingefangen, wie Gabriel in New York eine zunächst glückliche Beziehung mit Sebastian führte, die Zurückweisung seiner Familie jedoch nicht ertragen konnte und deshalb sein Glück opfern wollte. Die Rolle des Gabriel wird dabei von verschiedenen Darstellern verkörpert – wodurch deutlich wird, dass es sich hier nicht um ein Einzelschicksal handelt, sondern um ein weitreichendes Problem, das viele Menschen betrifft. Die Begegnung zwischen Jorge und Sebastian wird verknüpft mit der Inszenierung von Sebastians Theaterstück über die Ereignisse – was zu diversen interessanten Meta-Momenten führt. Darüber hinaus gibt es einen Einblick in die queere New Yorker Szene, der auch ein paar humorvolle Einlagen ermöglicht.

Der Argentinier Oscar Martínez ("Der Nobelpreisträger") spielt den Part des verzweifelten Vaters überaus hingebungsvoll. Ganz wunderbar ist überdies die Almodóvar-Stammschauspielerin Rossy De Palma ("Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs") in einer starken Nebenrolle.

Fazit: Ein eindringlicher Appell, der sich ernsten Themen widmet und hierfür eindrückliche erzählerische Mittel wählt. Auch schauspielerisch sehr überzeugend.




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Land: Bolivien, USA
Jahr: 2020
Genre: Drama
Länge: 105 Minuten
Kinostart: 08.10.2020
Regie: Rodrigo Bellott
Darsteller: Rossy de Palma als Rosaura, Oscar Martínez als Jorge, Fernando Barbosa als Sebastian
Verleih: Pro Fun Media

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