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In Berlin wächst kein Orangenbaum
In Berlin wächst kein Orangenbaum
© 24 Bilder © Port au Prince Pictures GmbH

In Berlin wächst kein Orangenbaum (2020)

Im ersten Film des mehrfach ausgezeichneten "4 Blocks"-Darstellers Kida Khodr Ramadan kommt ein todkranker Krimineller nach vielen Jahren Gefängnis auf freien Fuß und versucht sich in Wiedergutmachung.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.1 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 7 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Nabil (Kida Khodr Ramadan) kommt nach 15 Jahren im Gefängnis auf freien Fuß. In den Knast ging er damals aus Loyalität gegenüber seinem damaligen Partner Ivo, was Nabils Frau ihm nie verzeihen konnte. Jetzt, anderthalb Dekaden älter und schwer krebskrank, will er Wiedergutmachung leisten. Nabil will von seinem Ex-Partner seinen ihm rechtmäßig zustehenden Anteil aus dem damaligen Überfall einfordern, um Cora (Anna Schudt) ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Die größte Überraschung aber hat Nabil noch gar nicht auf dem Schirm: Er ist der Vater von Coras Tochter Juju (Emma Drogunova). Als diese Wind davon bekommt dass es sich bei dem ihr nachstellenden "Asylanten" um ihren Vater handelt, tüftelt sie einen eigensinnigen Plan aus. In kurzer Zeit kommen sich Nabil und Juju dennoch näher, sie nehmen Reißaus nach Berlin und alles entwickelt sich völlig unerwartet.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"In Berlin wächst kein Orangenbaum" ist der Regie-Erstling von Hauptdarsteller Kida Khodr Ramadan, der auch als Drehbuchautor und Produzent mitwirkte. Seine Weltpremiere feierte der Film im PopUp Autokino München Mitte Juli 2020. Ramadan, gebürtiger Libanese, hat sich seit den mittleren 2000ern zu einem der erfolgreichsten und populärsten Schauspieler im deutschen TV und Film entwickelt. Zu seinen bekanntesten Produktionen zählen "Knallhart", "3 Türken und 1 Baby", "Nur Gott kann mich richten" sowie diverse "Tatort"-Folgen.

Es ist eines der Hauptprobleme von Ramadans im Berliner Kiez und der ostdeutschen Provinz angesiedeltem Genre-Mix, das er zu viel auf einmal sein will: Gangsterfilm, Milieu-Studie, Familien- und Krankheits (Krebs-)Drama sowie Coming-of-Age. Von Beginn an atmet "In Berlin wächst…" den Geist von Filmen, die das ein oder andere Thema von Ramadans Regie-Arbeit schon einmal behandelt haben: So setzt sich sein Werk aus der rebellischen, aufbrausenden Jugendlichen aus "Wer ist Hanna?", der dramatischen "Knockin‘ on heaven’s door"-Krebserkrankungs-Thematik und dem Beziehungsgeflecht eines in die Jahre gekommenen Brummbären und Beschützers zu einer weiblichen Jugendlichen aus Filmen wie "Leon – Der Profi" und "Schutzengel" zusammen.

Auch inhaltlich nimmt sich Ramadan zu viel vor, ohne eine harmonische, ausgewogene Gesamtstimmung generieren zu können. Vieles ist zu vage, bleibt oberflächlich angekratzt und wird am Ende vernachlässigt. Es geht um Krankheit und Tod, Alkoholismus, den Verfall der (ostdeutschen) Provinz, die Migrationsproblematik, individuelle Verantwortungen, die Fehler der Vergangenheit, ein komplexes Vater-Tochter-Verhältnis, Schuld, Sühne und die Wandlung einer Freundschaft in eine Feindschaft (das Verhältnis zwischen Nabil und Ivo). Und das alles in einem Film. All diese Themen bieten Stoff für mindestens fünf eigenständige Produktionen.

Dass "In Berlin wächst…" insgesamt dennoch kein Reinfall geworden ist, liegt zum einen an der herausragenden Chemie der agierenden Darsteller sowie den exquisiten, realistischen schauspielerischen Leistungen. Bis hin zu den Nebendarstellern (in dem prominent besetzten Film u.a. mit dabei: Tom Schilling, Frederick Lau, Stipe Erceg). Zudem verfügt Ramadans Genre-Mischung über einen brillanten, treibenden und die Dramaturgie des Films perfekt untermalenden, druckvollen (Hip-Hop-)Soundtrack, der an den genau passenden Stellen einsetzt.


Fazit: Mit kontrollierter Konzentration gefilmtes, einnehmend gespieltes Kino-Debüt, das inhaltlich jedoch auf zu vielen Hochzeiten tanzt und an manchen Stellen zu fragmentarisch und unausgereift bleibt.




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Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Thriller, Drama
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 24.09.2020
Regie: Kida Khodr Ramadan
Darsteller: Kida Khodr Ramadan als Nabil Ibrahim, Emma Drogunova als Juju Hartmann, Anna Schudt als Cora Hartmann
Verleih: 24 Bilder, Port au Prince Pictures GmbH

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