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Im Berg dahuim (2020)

Dokumentarfilm über Alphirten und Sennfamilien in der Allgäuer Region Oberstdorf.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Sobald der Almsommer beginnt, sind auch in den Bergen der Allgäuer Region Oberstdorf wieder die Kuhglocken zu hören. Im späten Frühjahr haben viele Bauern das Jungvieh, aber auch Kühe und Ziegen den Alphirten übergeben, damit sie sie hinauf zu den Bergwiesen führen. Die Sennfamilie Boxler auf der Sölleralp – der regionale Begriff für Alm lautet Alpe oder Alp - betreut Kühe und Ziegen. Dabei helfen junge Kleinhirten mit. Außerdem betreibt die Familie eine Käserei und bewirtet Wanderer.

Am Taufersberg kümmen sich drei Hirten um 240 Stück Vieh. Sie müssen, damit die Tiere genug Gras haben, während des Sommers mit ihnen immer wieder weiterziehen. Auf der Kemptnerhütte übernachten Wanderer gerne, die zahlreichen Schlafplätze sind – gedreht wurde noch vor der Corona-Krise - oft belegt. Das junge Team, das dort arbeitet, kümmert sich auch um viele Tiere. Pius Bemeleit füttert die Ziegen, die alle einen Namen haben. Er ist zum ersten Mal auf der Alp. Sina Braxmair hält ein Murmeltier im Arm, das einen Müsliriegel verspeist. Das Tier wurde von ihr aufgezogen und mag nun die Menschen gar nicht mehr verlassen.

Auf der Sennalpe Oberau arbeiten Wolfgang und Monika Finkel. Sie haben ihren längst erwachsenen Kindern die Liebe zum Leben auf der Alp von klein auf vermittelt. Tochter Stine Huber ist froh, dass sie ihren fünf Kindern nun selbst das Sommerleben auf einer Alp bieten kann.

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Der Almabtrieb oder Viehscheid ist in der bayerischen Region Allgäu schon längst zur Touristenattraktion geworden. Wenn die mit Blumen geschmückten, mit Glocken behängten Kühe im September von den Berghängen zurück ins Tal getrieben werden, herrscht in Oberstdorf Volksfeststimmung. Aber zum Thema Alm- oder Alpsommer fällt so manchen Städtern wahrscheinlich nur Johanna Spyris Kinderbuchklassiker "Heidi" ein. Wie der reale Alltag von Hirten und Sennern aussieht, die mit ihren Tieren monatelang in den Bergen leben, wissen viele nicht. Der Dokumentarfilm der Schweizer Thomas Rickenmann und Rahel von Gunten bietet Einblicke in das arbeitsreiche Leben auf vier Allgäuer Alpen.

Die Tage beginnen für die Alphirten sobald es hell wird. Kühe müssen zum Melken in den Stall geholt werden. Unter den Hirten gibt es auch Jugendliche wie Matti, Clemens und Roman. Für Matti ist es ein schönes Gefühl, wenn er zeitweilig auf dem Grat mit 60 Tiere allein ist, "eigene Entscheidungen treffen" kann. Die Filmemacher sehen den Sennern beim Käsemachen über die Schulter, lassen Familienmitglieder erzählen, warum sie die Arbeit auf der Alp lieben oder gar als "Privileg" empfinden, wie es einmal heißt. Obwohl es viel zu tun gibt, strahlen die Befragten alle eine ruhige Zufriedenheit aus.

Man erfährt auch Interessantes über die Schellenkultur, also über die Glocken, die die Alphirten besitzen und am Anfang der Saison ihren tierischen Schützlingen umhängen. Außerdem kommen auch die Auswirkungen des Klimawandels zur Sprache. Oft herrscht im Sommer Wasserknappheit. Zu einigen Flächen muss Wasser hochgepumpt werden, es werden Leitungen verlegt und mit Steinen bedeckt. Als Experte, der Hintergrundwissen beisteuert, fungiert im Film der Oberstdorfer Oberalpmeister Franz Kögel.

Alphirten und Senner haben die Leidenschaft für ihren sommerlichen Beruf oft schon im eigenen Elternhaus erworben. Sie ist verbunden mit der Liebe zur Natur, zur Heimat und zum Brauchtum. Es überrascht nicht, dass einige von ihnen musizieren können. Allerdings erklingt in diesem dokumentarischen Heimatfilm, der die Schönheit der Berge und die alpenländische Kultur geradezu überschwänglich preist, etwas zu viel Jodelgesang und andere Musik aus dem Off. Lieber hätte man ein wenig mehr die Ruhe genossen in der imposanten Landschaft, das Bimmeln der Kuhglocken und vielleicht das Zirpen der Grashüpfer.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Thomas Rickenmann und Rachel von Gunten schildert den Alltag mehrerer Allgäuer Alphirten und Senner während eines Sommers. Monatelang hüten und versorgen sie im Auftrag der Bauern der Region Oberstdorf deren Vieh hoch oben in der Einsamkeit der Berge. Trotz der anstrengenden Arbeit im Freien, im Stall, in Käserei und Hüttenbetrieb, können sich die meisten von ihnen keinen schöneren Job vorstellen. Der Film bietet informative Einblicke in diese naturnahe Lebensform und preist zugleich ausgiebig alpenländische Tradition und die Schönheit der Berge.









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Land: Schweiz
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 100 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 03.06.2021
Regie: Thomas Rickenmann, Rahel von Gunten
Verleih: ExtraMileFilms

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