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Horror Noire: A History of Black Horror
Horror Noire: A History of Black Horror
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Horror Noire: A History of Black Horror (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Dokumentarfilm "Horror Noire: A History of Black Horror" basiert auf einem Sachbuch von Robin R. Means Coleman. Darauf aufbauend gehen der Regisseur Xavier Burgin und die Autorinnen Ashlee Blackwell und Danielle Burrows der Frage nach, wie Schwarze im Verlauf der Kinogeschichte im Horrorgenre gezeigt wurden – und welche Einschnitte und Veränderungen sich erkennen lassen.

Hierzu werden Personen aus den Bereichen Regie, Schauspiel, (Film-)Journalismus und Forschung befragt – und dabei größtenteils in einem Kinosaal gefilmt (mal einzeln, mal zu zweit), in welchem auch einige prägende Szenen vorgeführt werden. Sowohl die Auswahl der befragten Leute als auch das Kinosaal-Setting sind gut gewählt. Ikonen des Genres, etwa William Crain, Regisseur des Blaxploitation-Werks "Blacula" (1972), oder Tony Todd, Hauptdarsteller von "Candyman's Fluch" (1992), kommen ebenso zu Wort wie jene, die einst nur Randfiguren verkörpern durften – zum Beispiel Miguel A. Núñez Jr. aus "Freitag, der 13. Teil V – Ein neuer Anfang" (1985). Eine Bereicherung sind insbesondere die Statements der Filmhistorikerin Tananarive Due.

"Horror Noire" deckt in 83 Minuten eine lange Zeit mit sehr unterschiedlichen Genrevertretern ab – und wirkt doch niemals hastig. Stets wird der Begeisterung, dem Wissen und auch den kritischen Gedanken der Befragten der nötige Raum gegeben. Zudem weckt der Film die Lust, etliche Werke (wieder) zu entdecken – und möglicherweise neu zu interpretieren.

Fazit: Ein kenntnisreicher und zugleich sehr unterhaltsamer Blick auf die Repräsentation von Schwarzen im Horrorfilm – mit einer tollen Reihe von Interviewten.




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