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Clara und der magische Drache
Clara und der magische Drache
© Lakeside Film

Kritik: Clara und der magische Drache (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In diesem märchenhaften Animationsfilm aus der Ukraine haben zahlreiche eigenwillige Figuren kleine und große Abenteuer zu bestehen. Unter der Regie von Oleksandr Klymenko nimmt eine kurzweilige Geschichte ihren Lauf, die ihre Reize breit streut. Clara ist eine hübsche junge Möchtegern-Fee mit Gedächtnisverlust. Der Film umgibt sie mit markanten Charakteren wie einem entführten Babydrachen, einem alten Zwerg, einem bösen Zauberer und verschiedenen Tieren.

Wenn sich Clara mit dem Drachen, dem Zwerg und dem Waschbären auf den Weg zum Baum der Weisheit macht, beginnt ein slapstickreiches Roadmovie mit originellen Zwischenstationen. Parallel werden auch die Abenteuer anderer Figuren aufgeblättert, wie der quirligen Affen, die bei Clara wohnen, des bösen Geiers oder des kleinen Vogels, der ständig ein fliegendes Insekt jagt und dabei anderen in die Quere kommt. Claras Zusammenleben mit den drei Affen weckt Assoziationen an Schneewittchen, die Affen selbst erinnern vom Wesen her an die Minions. Außerdem verständigen sie sich pantomimisch und wiederholen dabei einmal auch die Pose der drei Affen, von denen jeweils einer nichts sieht, nichts hört oder nichts sagt.

So kommt einem einiges an dieser Märchenwelt vertraut vor, wenngleich die Charaktere größtenteils auch originell wirken. Clara ist fröhlich, unternehmungslustig und kann gut mit Tieren umgehen, aber sie versteht es auch, den mürrischen Zwerg und ein wenig sogar die frechen Affen in die Schranken zu weisen. Außerdem kann sie kämpfen, wenn es sein muss. Einmal singt Clara ein ermutigendes Lied und verspricht sich selbst, nie wieder hinzufallen – aber vor Slapstick ist sie auch nicht gefeit. Die Missgeschicke, die den Wanderern und sonstigen Figuren passieren, sind oft ganz simpler Natur, beispielsweise wenn ein als Hebel benutzter Ast aus dem Gleichgewicht gerät. Aber dieser einfache Humor funktioniert ganz gut.

Die Figuren sind farbenfroh gezeichnet, der Drache leuchtet in Blau wie ein putziges Plastikspielzeug. Er ist gar keine Hauptfigur, sondern läuft mit den Großen mit. Die Reise führt durch schöne, wasserreiche Wald- und Berglandschaften. Obwohl sich so viel tut, wird nicht aufs Erzähltempo gedrückt. So lassen sich zeichnerische Schauwerte und kleine Komikeinlagen am Rande gebührend genießen. Insgesamt erwartet das Publikum kindgerechte Unterhaltung, die mit Ideenreichtum und einer guten Mischung aus Witz, Action, Märchenhaftigkeit überzeugt.

Fazit: Der ukrainische Animationsfilm verbindet den Charme eines Märchens mit fröhlicher Komik. Eine verkappte Fee mit Erinnerungslücken, ein Zwerg und ein Waschbär wollen ein Drachenbaby zurück in sein Reich bringen und begeben sich auf abenteuerliche Wanderschaft. Ein böser Zauberer und seine Helfer verfolgen sie und einige tierische Nebenfiguren würzen die Handlung mit Slapstickeinlagen. Die kurzweilige Unterhaltung verfügt über eine gute Mischung aus Witz und Spannung, aber das Erzähltempo lässt es auch zu, die schöne Naturlandschaft zu genießen.




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