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Zombie - Dawn of the Dead
Zombie - Dawn of the Dead
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Kritik: Zombie - Dawn of the Dead (1978)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Eine Dekade nach seinem Low-Budget-Schwarz-Weiß-Film "Die Nacht der lebenden Toten" ("Night of the Living Dead", 1968) setzte der US-Regisseur George A. Romero (1940-2017) seine Vision einer Zombie-Epidemie mit "Dawn of the Dead" (auch bekannt als "Zombie") fort. Abermals kombinierte Romero drastische Horroreffekte mit entschiedener Gesellschaftskritik und schuf damit einen weiteren Kultfilm, dessen Motive sich bis heute ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben.

Die Aufnahmen, in denen Untote durch eine verlassene Shoppingmall wandeln, sind ebenso unvergesslich wie die blutigen Kämpfe, die sich die Menschen mit den gierigen Zombies liefern. Hinzu kommt ein von Romero, Dario Argento und der italienischen Progressive-Rock-Band Goblin komponierter Score, der eine eigenartige Sogwirkung entwickelt – und ein wildes, actionreiches Finale, in dem nicht nur die hungrigen lebenden Toten, sondern auch eine plündernde Rockerbande für Chaos und Zerstörung sorgen. "Dawn of the Dead" lässt sich durch seinen Schauplatz als Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus begreifen – da der Unterschied zwischen Zombies und gewöhnlich Konsumierenden, die durch ein Einkaufszentrum schlendern, womöglich gar nicht allzu groß ist.

Auch die Dynamik zwischen den vier Figuren, die sich in der Mall verbarrikadieren und dort zwischen ihrem Überlebenskampf vorübergehend dem Luxus verfallen, ist spannungsreich. Gleichwohl fehlt dem Ensemble das Charisma, das Duane Jones – der Hauptdarsteller aus "Die Nacht der lebenden Toten" – in seine Rolle einzubringen vermochte.

Fazit: Harter Horror trifft kluge Konsumkritik, verpackt in unvergessliche Bilder und Töne. Ein Meilenstein des (Sub-)Genres!




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