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Alles ist eins. Außer der 0 (2020)

Alles ist eins. Ausser der 0

Dokumentarfilm über den Chaos Computer Club und seinen Gründer Wau Holland.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.3 / 5

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Als der Chaos Computer Club im Jahr 1981 gegründet wurde, gab es noch kein Internet. Herwart Holland-Moritz, besser bekannt als Wau Holland, und ein paar Mitstreiter aus der Sponti-Szene fanden zusammen, um mit den neuen Möglichkeiten der Informationstechnik zu experimentieren. Als Hacker gingen sie spielerisch mit der Rechtslage um, beispielsweise als die Post noch das Monopol in der Telekommunikation innehatte. Wau Hollands selbstgebastelter Akustikkoppler, der ein Telefon mit einem Computer verband, war vom Gesetz her gar nicht erlaubt. Die Hacker knackten auch den Onlinedienst Bildschirmtext der Deutschen Bundespost und machten dabei auf Sicherheitslücken aufmerksam. Es gab Mitglieder des CCC, die mit Geheimdiensten kooperierten, andere wurden selbst bespitzelt, polizeilich verhört, zwei junge Menschen kamen auf mysteriöse Weise ums Leben. Andere wurden als Berater für Regierung und Wirtschaft tätig.

Der freie Zugang zu Information für alle Menschen gehörte von Anfang an zum Selbstverständnis des CCC. Später ernannte der Club die Whistleblower Edward Snowden und Chelsea Manning zu seinen Ehrenmitgliedern. Heute ist der CCC aber auch längst ein wichtiger Ratgeber beim Thema Datenschutz.

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Im Laufe seiner mittlerweile 40-jährigen Geschichte hat der Chaos Computer Club (CCC) immer wieder mit spektakulären Hackeraktionen für Schlagzeilen gesorgt. Es mutete oft subversiv an, wenn die Informatikspezialisten vollmundig angepriesene digitale Sicherheitskonzepte von Behörden oder Unternehmen außer Kraft setzten. Diesen schalkhaften Aspekt des Aufdeckens von Sicherheitslücken oder eines schlechten Umgangs mit Daten brachte schon Gründer Wau Holland in den Club mit. Die beiden Dokumentarfilmer Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf setzen dem 2001 verstorbenen Technikvisionär Holland ein filmisches Denkmal, wenn sie die Geschichte des CCC mit viel Sinn für den rebellischen Geist der 1980er Jahre aufrollen.

Immer wieder greift der Film auf Archivmaterial zurück, das Wau Holland vor diversen Amateur- und TV-Kameras zeigt. Die gewitzte Art des Hackers prägt auch den Erzählstil des ganzen Films. Darin fungiert Peter Glaser als Voice-Over-Erzähler. Der Schriftsteller war einst beim CCC Chefredakteur der Zeitschrift "Datenschleuder". Weitere wichtige Protagonisten sind der erste Pressesprecher des CCC, Steffen Wernéry, und zwei seiner Nachfolger. Zur Besonderheit des Films gehört, dass er lieber auf vorhandenes Videomaterial aus den Archiven zurückgreift, als eigene Interviews zu führen. Wenn man TV-Auftritte, Kongressreden aus früheren Jahrzehnten zu Gesicht bekommt, lässt sich die Stimmung der damaligen Zeit auch sehr viel stärker erleben, als wenn damalige Protagonisten heute Rückschau halten würden.

Für die verwirrende, herausfordernde Welt der computergestützten Kommunikation findet der Film überzeugende visuelle Gestaltungsmittel. Der filmische Blick ahmt gewissermaßen die Perspektive der Hacker nach, deren Gegenüber meistens ein Gerät ist. So lässt er beispielsweise Glaser auf eine Wand aus Monitoren schauen. Viel Punkmusik erklingt, um die Ära der 1980er lebendig werden zu lassen. Zum historischen Rückblick gehören nicht nur Großereignisse wie der Mauerfall. Es findet sogar der LSD-Papst Timothy Leary Erwähnung, ebenso wie die weitgehend unbekannte Tatsache, dass mit Hackern ursprünglich Bastler einer Modelleisenbahnanlage am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gemeint waren. Dem Film gelingt es, sein Thema, das für Fachfremde ja auch schnell kompliziert werden kann, leicht und locker, wie ein buntes Unterhaltungsprogramm, zu präsentieren.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf rollt die Geschichte des Chaos Computer Clubs auf und betont dabei besonders den rebellischen Geist der frühen 1980er Jahre, in dem er wurzelt. Im Mittelpunkt dieses unterhaltsamen Rückblicks steht die Person des 2001 verstorbenen CCC-Gründers Wau Holland, der schon Jahre vor der Entstehung des World Wide Web für den freien Zugang zu Information eintrat. Mit viel Archivmaterial und Punkmusik spannt der Film seinen inhaltlichen Bogen bis zur aufklärenden, mahnenden Rolle der Hacker in der Gegenwart.












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Besetzung & Crew von "Alles ist eins. Außer der 0"

Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Originaltitel: Alles ist eins. Ausser der 0
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 29.07.2021
Regie: Klaus Maeck, Tanja Schwerdorf
Darsteller: Peter Glaser, Wau Holland, Andy Müller-Maguhn, Linus Neumann, Steffen Wernéry
Kamera: Hervé Dieu
Verleih: Neue Visionen

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