oder

Tagundnachtgleiche (2020)

Equinox

Deutscher Debütfilm über eine ungewöhnliche Liebe.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Alexander (Thomas Niehaus) weiß im Leben und in der Liebe nicht recht wohin. Alle guten Ratschläge seines älteren Bruders Christian (Godehard Giese) lehnt er dankend ab. Statt seiner Leidenschaft, der Musik und dem Klavierspiel, nachzugehen, repariert Alexander Fahrräder und wohnt über der Werkstatt. Alles ändert sich, als er seine Nachbarin, die Varieté-Tänzerin Paula (Aenne Schwarz) kennenlernt und sich nach einer gemeinsamen Nacht in sie verliebt. Nach Paulas plötzlichem Tod weiß Alexander erneut nicht wohin. Bis er zufällig Paulas älterer Schwester Marlene (Sarah Hostettler) begegnet, mit der ihn mehr verbindet, als zunächst angenommen.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Was dem deutschen Kino allzu oft abgeht, sind stimmungsvolle Filme. Filme, die ausnahmsweise einmal nicht so aussehen, als hätte jemand einfach nur die Realität mit einer (Digital-)Kamera abgefilmt, sondern die durch Licht, Farben, Kulissen, Musik und nicht zuletzt durch den Mut zu einer eigenen Handschrift einen gewissen Ton setzen. Dieser Mangel fällt einem meist erst dann auf, wenn ein Film aus der Reihe tanzt. Lena Knauss' Langfilmdebüt ist gleich in mehrfacher Hinsicht stimmungsvoll geraten.

Ihr Protagonist Alexander (Thomas Niehaus) bewegt sich durch Sets, die einen nostalgischen Charme verströmen. Von seiner Wohnung, die in einem vormals gewerblich genutzten Altbau über einer Kneipe und seiner Fahrradwerkstatt liegt, bis zu einem Rundfunksender, der sich in einem noch prächtigeren Altbau mit Paternoster befindet, taucht Kamerafrau Katharina Bühler alles in warmes Licht. Auch die Tonspur ist stimmungsvoll, weil die zwei Hauptfiguren eine Liebe zu klassischer Musik teilen. Und dann sind da noch die Tagträume, denen sich Alexander hingibt und die die Handlung in einen Schwebezustand zwischen Realität und Wunschvorstellung verschieben.

Diese poetische Innerlichkeit tut dem deutschen Kino gut, dass sich allzu gern in bedeutungsschwangerer Sozialkritik verrennt und dabei optisch nicht über eine TV-Ästhetik hinauskommt. Bei Knauss knistert es hingegen, wenn sich zwei Figuren nahekommen. Eine Qualität, die im deutschen Kino selten (geworden) ist. So wunderbar dieses Debüt anzuschauen ist, schauspielerisch und erzählerisch ist noch ein wenig Luft nach oben. In erster Linie ist der Film für das Wenige, das er erzählt, zu lang. Das Publikum darf aber gespannt sein, in welche zwischenmenschlichen Empfindungen die Regisseurin es in ihrem nächsten Film entführt.

Fazit: Lena Knauss' Langfilmdebüt ist ein stimmungsvolles und poetisches Beziehungsdrama, das dem deutschen Kino guttut. Wunderschön in Szene gesetzt und mutig erzählt bleibt aber noch ein wenig Luft nach oben.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: wertvollDie FBW-Jury vergibt das Prädikat wertvoll.

Lena Knauss? Debütfilm TAGUNDNACHTGLEICHE hat die Jury als Liebesfilm überzeugt, der sich in entscheidenden Bereichen gegen die gängigen Erzählmittel dieses Genres entscheidet und damit [...mehr]

TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Tagundnachtgleiche

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Drama
Länge: 110 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 18.11.2021
Regie: Lena Knauss
Darsteller: Merle Collet als Junge Frau im Club, Godehard Giese als Christian, Sarah Hostettler als Marlene
Verleih: farbfilm verleih

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.