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After Love
After Love
© Constantin Film

Kritik: After Love (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Nach "After Passion" (2019) und "After Truth" (2020) ist "After Love" die dritte Verfilmung der von Anna Todd verfassten Romanreihe, die auf Fan-Fiction-Texten zum Boygroup-Mitglied Harry Styles basiert. Während der erste Teil durch einnehmende Bilder und der zweite Teil durch Humor die auffälligen Schwächen – insbesondere die hölzernen Dialoge und die klischeehaften Figurenzeichnungen – ansatzweise wettmachen konnte, ist der neueste Beitrag endgültig auf dem Niveau einer mäßigen Prime-Time-Soap-Opera angekommen. Das Skript von Sharon Soboil hat keinen erkennbaren Spannungsbogen, sondern hangelt sich von einem oberflächlichen Konflikt zum nächsten, um das Geschehen zwischendurch immer wieder durch softerotische Sexszenen aufzupeppen.

Die Regisseurin Castille Landon und ihre Kameramänner Rob Givens und Joshua Reis bemühen sich kaum um interessante Aufnahmen, die so etwas wie Kinoqualität erreichen könnten. Die umständlich erzählte Handlung wird einfallslos abgefilmt und mit einem austauschbaren Klangteppich aus Pop-Songs unterlegt. Derweil ist die Schilderung einer offenkundig toxischen Beziehung, die außerhalb der intimen Momente von mangelndem Vertrauen und extremer Eifersucht geprägt ist, äußerst fragwürdig. Das Verhalten von Hardin Scott, dem "belesenen Bad Boy", wird nicht wirklich kritisch reflektiert, sondern eher romantisiert.

Josephine Langford als Protagonistin Tessa spielt passabel, hat hier aber nur wenige Möglichkeiten, ihr Talent zu zeigen. Hero Fiennes Tiffin bewegt sich als Hardin oft an der Grenze zum Lächerlichen. Der übrige Cast – von Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino ("Geliebte Aphrodite") über Serienstar Stephen Moyer ("True Blood") bis hin zu Newcomern wie Chance Perdomo ("Chilling Adventures of Sabrina") – übernimmt eine derart funktionale Rolle, dass es in einigen Fällen kaum auffällt, dass etliche Parts im Laufe der Filmreihe umbesetzt wurden.

Fazit: Der dritte Teil der Teen-Romanze ist eine soapige, mit erotischen Einschüben versehene Nichtigkeit, die in ihrer Spannungs- und Humorlosigkeit jeglichen Reiz verloren hat. Schlecht geschrieben, ambitionslos in Szene gesetzt und überwiegend schwach gespielt.




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