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Homo Communis - Wir für alle
Homo Communis - Wir für alle
© mindjazz pictures

Kritik: Homo Communis - Wir für alle (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In "Homo communis – wir für alle" widmet sich die Regisseurin Carmen Eckhardt diversen Visionen von Solidarität. Der Dokumentarfilm zeigt Lebensmodelle und Aktionen, die der Wille nach Veränderung, hin zu mehr Gerechtigkeit, eint. Gemeinsam mit ihrem Kameramann Gerardo Milsztein ist Eckhardt mittendrin; sie lässt die Beteiligten selbst reden und liefert eine genaue Beobachtung, ohne die Konzepte zu bewerten. Die Einblicke sind abwechslungsreich; dynamische Bilder stehen neben kontemplativen Momenten.

So nimmt "Homo communis – wir für alle" uns etwa mit ins rege Treiben in den Markthallen der Millionenstadt Barquisimeto in Venezuela, wo vor einigen Jahrzehnten der Genossenschaftsverbund Cecosesola entstand. Dieser nahm einst mit einem solidarischen Beerdigungsdienst seinen Anfang und entwickelte sich zu einem beachtlichen autonomen Netzwerk. Das Engagement der Leute vor Ort wird treffend eingefangen. Auch die Aufnahmen aus dem Hambacher Forst während einer Massenblockade im rheinischen Braunkohlerevier sind eindrücklich – wenn die Protestierenden und die anwesende Polizei gezeigt werden.

Im Laufe des Films tauchen ein paar bekannte Gesichter auf, etwa die junge Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg oder die Kapitänin Carola Rackete. Interessant ist auch, wie am Rande die Arbeit mit der Presse, zum Beispiel bei Interviews, erfasst wird. Letztlich lebt "Homo communis – wir für alle" aber vor allem von Eindrücken wie dem generationenübergreifenden Miteinander auf dem Lernbauernhof bei Dortmund oder dem Kulturzentrum "Utopiastadt" in Wuppertal.

Fazit: Ein vielseitiger dokumentarischer Blick auf solidarische Konzepte und Ideen sowie auf die Menschen, die sich aktiv für ihre Vorstellungen einer gerechteren Welt einsetzen.




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