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Kritik: Spell (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Hinter "Spell" stehen zwei Macher mit Genre-Erfahrung. Der Drehbuchautor Kurt Wimmer hat etwa die Skripts zum Science-Fiction-Film "Sphere – Die Macht aus dem All" (1998) und zum dystopischen "Equilibrium" (2002), den er auch inszenierte, verfasst. Und von Regisseur Mark Tonderai stammt unter anderem der Teen-Grusel "House at the End of the Street" (2012). Hier kombiniert das Duo nun die Prämisse der Stephen-King-Adaption "Misery" (1990) mit Hoodoo-Horror in der tiefen Provinz von Kentucky.

Das Werk greift sowohl dramaturgisch als auch inszenatorisch auf diverse Standardsituationen und Klischees zurück. Von den deutlichen Warnsignalen, die von den Hauptfiguren missachtet werden, bis hin zu einer äußerst stereotyp gezeichneten Antagonistin setzt "Spell" nicht unbedingt auf subtile Töne. Wenn der Protagonist Marquis jedoch im strömenden Regen der Gefahr zu entkommen versucht oder wenn er Zeuge eines bizarren Rituals in einer Scheune wird, kommt durchaus Spannung auf. Obendrein ist die Bildsprache gelungen; die Kamera gerät immer wieder in die Schräglage, wodurch eine bedrohliche Atmosphäre entsteht. Das Spiel mit dunklem Zauber ist indes wenig originell und mündet im Finale in ein zuweilen recht albernes Effekte-Gewitter.

Als Film, dessen Figuren fast ausschließlich People of Color sind, ist "Spell" noch immer eine Ausnahme im Mainstream-Kino. Bemerkenswert sind zudem die Schauspielleistungen von Omari Hardwick ("Army of the Dead") und Loretta Devine ("Düstere Legenden"), die beide tapfer gegen den holprig erzählten Plot ankämpfen.

Fazit: Ein unterhaltsamer, jedoch unausgegorener Genrefilm, der mit etlichen Klischees aufwartet, aber gut besetzt ist.




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