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Tina
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© Universal Pictures International

Kritik: Tina (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem Dokumentarfilm "Tina" widmen sich Daniel Lindsay und T.J. Martin dem Leben und der Karriere des Superstars Tina Turner. In einem Interview, das im Jahre 2019 in Turners Wahlheimat Zürich geführt wurde, spricht die Künstlerin über ihre Erfahrungen. Das Werk teilt sich in fünf Kapitel auf: "Ike & Tina", "Familie", "Comeback", "Die Story" und "Liebe". Neben Turner selbst kommen weitere Personen zu Wort, etwa die Schauspielerin Angela Bassett, die Turner im Biopic "What's Love Got to Do with It?" (1993) verkörperte, und Turners Manager Roger Davies.

Mit Archivmaterial und Fotografien wird Turners Werdegang eingefangen. Wir erleben die ersten Schritte im Showgeschäft in den 1960er und 1970er Jahren mit der "Ike & Tina Turner Revue" und die Auftritte als Solokünstlerin, zunächst in Form kleinerer TV-Engagements und Bühnenprogramme und schließlich als gefeierter Star in großen Rock-Stadien. Die zahlreichen Konzertausschnitte sind ein Genuss. Doch der Film befasst sich auch mit der 16-jährigen abusiven Beziehung zu Ike Turner. Nachdem Turner erstmals Anfang der 1980er Jahre in einem "People"-Interview öffentlich über die Gewalt sprach, der sie in der Ehe ausgesetzt war, wurde sie immer wieder auf das Thema angesprochen. Diese Retraumatisierung machte es kaum möglich, das Erlebte zu verarbeiten.

Es gelingt dem Film, die Gewalt zu thematisieren, ohne Turners Vita darauf zu reduzieren. Im Zentrum steht das Empowerment – wie Turner es schaffte, sich als Künstlerin neu zu definieren und ihren Traum zu erfüllen. Ihr heutiger Ehemann Erwin Bach, den sie als einen ihrer Fahrer kennenlernte, nennt den Dokumentarfilm und das 2019 am Broadway gezeigte Musical über sie einen Abschluss, nach dem Turner sich aus dem Rampenlicht zurückziehen möchte. Dieser würdige Abschluss steckt voller bewundernswerter Energie.

Fazit: Ein überzeugendes filmisches Porträt, das die eindrückliche Karriere von Tina Turner erfasst und sie selbst über ihre Erlebnisse sprechen lässt.




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