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Mary Bauermeister - Eins und eins ist drei
Mary Bauermeister - Eins und eins ist drei
© dejavu filmverleih

Mary Bauermeister - Eins und eins ist drei (2020)

Dokumentarfilm: Die deutsche Künstlerin Mary Bauermeister gibt Einblick in ihr Leben und in ihre Arbeit.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
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Mary Bauermeister, Jahrgang 1934, gründete Anfang der 1960er Jahre in der Kölner Lintgasse das Atelier Bauermeister. Die künstlerischen Veranstaltungen, die dort stattfanden, hatten großen Einfluss auf die spätere Fluxus-Bewegung. 1962 reiste Bauermeister nach New York, wo sie sich alsbald etablieren konnte. In den 1970er Jahren war sie – wieder zurück in Deutschland – auch als Gartengestalterin tätig. Ihre Werke wurden international ausgestellt, unter anderem im MoMA, im Guggenheim, im Museum Ludwig und im Staatlichen Museum Schwerin.

Aus der Ehe mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen gingen in den 1960er Jahren zwei Kinder hervor. Es folgten zwei weitere Töchter in den 1970er Jahren. Heute lebt Bauermeister in der Stadt Rösrath bei Köln und ist immer noch künstlerisch aktiv. 2020 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

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In ihrem dokumentarischen Porträt "Mary Bauermeister – Eins und eins ist drei" widmet sich die Regisseurin Carmen Belaschk dem Leben und Werk der 1934 geborenen Künstlerin. Über den Zeitraum eines Jahres begleitet der Film Bauermeister und zeigt sie in ihrem Atelier bei Köln sowie auf Reisen, etwa nach New York. Dabei kommt ihr Belaschk auf überaus einfühlsame Weise sehr nah. Es gelingt dem Werk, sowohl filmisch ansprechend zu sein als auch der Person Mary Bauermeister und deren Bedeutung für die internationale Kunstwelt gerecht zu werden. Von den ersten Bildern, die Bauermeister beim Sammeln von Steinen einfangen, bis zur unfassbar schönen Schlusseinstellung nimmt der Film ganz für sich ein.

Durch Fotografien von damals und einige Archivaufnahmen, darunter die Aufzeichnung einer Gesprächsrunde unter Kunstschaffenden, erhalten wir einen Eindruck davon, wie einflussreich Bauermeister in den 1960er Jahren auf die Szene war – und wie ihr selbstbestimmtes Leben in New York als erfolgreiche Künstlerin aussah. Auch die Liebe zu Karlheinz Stockhausen und das familiäre Leben in Deutschland wird anschaulich vermittelt – nicht zuletzt dank der offenen und ehrlichen Schilderungen des Sohnes. Hinzu kommen Animationen, die vergangene Lebensabschnitte und Empfindungen Bauermeisters wunderbar visualisieren.

Die stärksten Momente sind indes die, in denen Bauermeister im Hier und Jetzt, mit 85 Jahren, erfasst wird: eine stets reflektierende Frau, die eine eindrückliche Gelassenheit ausstrahlt – selbst wenn sie über ihre Krebserkrankung spricht. Es macht Spaß, sie beim Arbeiten zu beobachten ("Jeder Fehler wird sofort integriert", sagt sie angesichts eines Kratzers); und ihr Humor ist schlichtweg umwerfend – etwa wenn sie scherzhaft meint, das Bundesverdienstkreuz als "rote Socke" eigentlich ablehnen zu müssen. Sie sei "eher im Himmel zu Hause als auf der Erde", heißt es an einer Stelle lobend – doch in ihrer klugen Art wirkt Bauermeister absolut bodenständig.

Fazit: Ein feinfühliger, stimmungsvoller und sehr kreativ umgesetzter Film über eine großartige Künstlerin und Person.




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Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 02.09.2021
Regie: Carmen Belaschk
Verleih: dejavu filmverleih

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