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Kritik: Paolo Conte - Via Con Me (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In seinem dokumentarischen Porträt "Paolo Conte – Via Con Me" widmet sich der italienische Regisseur Giorgio Verdelli dem Werdegang des berühmten, jazzgeprägten Musikers. "Eine letzte Zigarette, dann geht es los", heißt es zu Beginn des Interviews mit Conte – und in dieser angenehm gelassenen Stimmung erzählt der als medienscheu geltende Sänger und Songwriter im Folgenden von seinen Erfahrungen und Einflüssen.

Conte schildert seine Eigenwahrnehmung, wie er sich etwa als "ein Dichter der Landschaften" betrachte, und seine Arbeitsweise – wie er zum Beispiel dem Autobiografischen im seinem Schaffen eher ausgewichen sei. Neben Conte selbst, der von Verdelli im Atelier in seiner nordwestlichen Heimatstadt Asti gefilmt wird, kommen Personen aus seinem persönlichen und kreativen Umfeld zu Wort, darunter der Schauspieler und Regisseur Roberto Benigni, der Conte einen "Fürsten der italienischen Musik" nennt, sowie die Leinwand-Stars Isabella Rossellini und Jane Birkin, der Songwriter Vinicio Capossela und die Sängerin Caterina Caselli.

Das Werk, das im September 2020 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig im Wettbewerb außer Konkurrenz seine Premiere feierte, bietet Archivmaterial, lässt uns Auftritte auf den großen internationalen Konzertbühnen miterleben und vermittelt durch Auszüge aus älteren dokumentarischen Arbeiten, Fernsehberichten und Preisverleihungen, wie sich Conte ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Bemerkenswert sind vor allem die persönlichen Momente, wenn Conte etwa über seine Mutter spricht oder sich Fotografien ansieht.

Fazit: Ein sympathischer Einblick in das Leben und Werk des italienischen Musikers Paolo Conte mit einer umfangreichen Sammlung an Aufnahmen und intimen Interviewpassagen.




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