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Julia muss sterben (2021)

Multikultureller Mikrokosmos: deutsche Komödie über einen verrückten Tag an einer Schauspielschule.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Am Tag der Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule geht alles drunter und drüber. Um überhaupt an der Prüfung teilnehmen zu können, stellt Lya (Sabrina Amali) ihren Vater Salim (Mohammad-Ali Behboudi) mit Schlaftabletten ruhig. Nachdem sie ihn jahrelang gepflegt hat, will sie endlich ein eigenes Leben beginnen. Bei der Anmeldung zum Vorsprechen trifft Lya auf Kasper (Michel Diercks) und Clara (Nellie Thalbach), die ihr unter die Arme greifen, aber auch mit eigenen Problemen kämpfen. Aufseiten des Lehrkörpers sieht es nicht viel besser aus.

Eigentlich hat Frank (Thilo Prothmann), der Direktor der Schule, Herrn Jäger (Uwe Dag Berlin) vom Ministerium nur wegen Baumängeln einbestellt. Doch Jäger offenbart Frank, dass die Schauspielschule geschlossen werden soll. Die anstehende Aufnahmeprüfung ist somit überflüssig. Hin und hergerissen, ob er die angekündigte Schließung akzeptieren oder sich dagegen wehren soll, zieht Frank das Auswahlverfahren durch. Mit seinen Gedanken woanders gerät er schnell mit seinen Kollegen Gabriele (Katharina Schlothauer) und Bernhard (Stephan Grossmann) aneinander.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Formal streng konzipierte Filme sind eher die Ausnahme denn die Regel. Noch seltener sind solche, denen dieses strenge Konzept nicht anzumerken ist. "Julia muss sterben" zählt dazu. Obwohl der Film die drei Aristotelischen Einheiten von Zeit, Raum und Handlung mehr oder minder einhält, fällt es beim Zusehen kaum auf. Denn diese Komödie ist so beschwingt inszeniert, dass das Publikum schnell vergisst, hier einer Handvoll Figuren an nur einem einzigen Ort über den Verlauf eines einzigen Tages beizuwohnen.

Regisseur und Drehbuchautor Marco Gadge hat zahlreiche prämierte Kurzfilme und Episoden für Fernsehserien gedreht. "Julia muss sterben" ist sein erster langer Spielfilm. Der Handlungsort seiner Komödie fungiert als Mikrokosmos unserer Gesellschaft. In langen Einstellungen und Kamerafahrten prallt hier die Kunst auf das Leben und auf die Realpolitik. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Hier werden Hochmut und Heuchelei amüsant entlarvt. Nicht zuletzt deshalb, weil hier diverse Menschen mit diversen Hintergründen zusammenkommen und ihre Gegensätze überwinden müssen, um etwas Großes zu erschaffen.

Gadge erzählt verschiedene Geschichten. Jede seiner Figuren hat ihr Päckchen zu tragen, das sie nach und nach vor den Augen der Zusehenden aufschnüren. Dabei steigert der Drehbuchautor seine Handlung geschickt in immer absurdere Höhen. Doch nicht jede Pointe sitzt, nicht jede darstellerische Leistung ist auf demselben Niveau und zwischendurch hat die Handlung immer wieder ein wenig Leerlauf.

"Julia muss sterben" ist eine locker-leichte Sommerkomödie voll netter Running Gags, absurder Situationen und augenzwinkernder Zitate. Ein bisschen mehr Biss hätte allerdings gutgetan. Doch Gadge will mit diesem Film wohl in erster Linie versöhnen. Das ist ihm gelungen.

Fazit: "Julia muss sterben" ist Marco Gadges erster langer Spielfilm. Seine Sommerkomödie über einen Tag an einer Schauspielschule ist eine beschwingte Sommerkomödie. Streng konzipiert, aber locker und leicht inszeniert. Gadges Film zeigt die Schauspielschule als Mikrokosmos und, dass die Menschen trotz unterschiedlichster Herkünfte am Ende mehr vereint als sie trennt. Letzten Endes ist das jedoch etwas zu brav ausgefallen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Komödie
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 29.07.2021
Regie: Marco Gadge
Darsteller: Sabrina Meier als Lya, Mohammad-Ali Behboudi als Salim, Uwe Dag Berlin als Herr Jäger
Verleih: Der Filmverleih GmbH

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