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Und täglich grüßt die Liebe
Und täglich grüßt die Liebe
© Studiocanal

Kritik: Und täglich grüßt die Liebe (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die romantische Komödie von Regisseur und Drehbuchautor Josh Lawson ("Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex") hilft der Realität einer Beziehung mit ein wenig Magie auf die Sprünge. Kaum hat Teddy geheiratet, wacht er schon ein Jahr später auf, und dann noch ein Jahr später und so fort: Zu seinem Entsetzen muss er dabei feststellen, dass er offenbar sein Glück Schritt für Schritt verliert. Teddy hofft, dass es wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" eine Möglichkeit gibt, diesen Albtraum zu beenden. Er erkennt immer mehr, dass Leanne die Liebe seines Lebens ist und kann es kaum glauben, was er alles versäumt hat, um sie zu halten.

Lawson selbst spielt die Rolle des Psychiaters Patrick, der eines Tages dem verzweifelten Teddy als Leannes neuer Lebensgefährte gegenübersteht. Leanne aber scheint Teddy in ihrem Herzen ebenfalls noch ein Plätzchen bewahrt zu haben. Diese romantische Basis, die Zarah Newman so glaubwürdig und sympathisch am Leben hält, sorgt dafür, dass die Komödie spannend bleibt. Lustig wirkt das Ganze aber vor allem wegen Rafe Spall, der so überzeugend den geplagten, hilflosen Zeitreisenden spielt, der die unangenehmen Überraschungen gar nicht begreifen mag. Offenbar ist er jahrelang mehr mit seinem Job verheiratet gewesen, als mit Leanne und muss nun sehen, wohin diese Haltung die Ehe geführt hat. Es kann schlimme Folgen haben, wenn man nicht hinhört, die Warnsignale, die Bedürfnisse des Gegenübers übersieht und sich letztlich auch selbst nicht ernst nimmt. Der mit seinem Problem beschäftigte Teddy beachtet im entscheidenden Moment auch seinen Freund Sam nicht so, wie er das sollte.

Aber die Komödie verwandelt sich nicht wirklich in ein bitteres Drama. Teddys Zeitreise öffnet ihm die Augen, er kämpft vor allem gegen sich selbst als dem Mann, der ihm die Zukunft stiehlt. Mit seiner hilflosen Art, die Sache nicht noch schlimmer zu machen, in seinem Ringen um Orientierung wird er zur glaubhaften Identifikationsfigur. Die Küste am australischen Schauplatz Sydney sorgt für reizvolle Außenaufnahmen, die zwischendurch die vor allem in Innenräumen spielende Handlung auflockern. Leicht und luftig wirkt die Geschichte aber ohnehin, weil sie auf den Schwingen der Fantasie abhebt und den Aberwitz sozusagen zum Programm erklärt.

Fazit: Die romantische Komödie von Regisseur und Drehbuchautor Josh Lawson hebt fröhlich auf den Schwingen der Fantasie ab und jagt ihren Hauptcharakter durch eine Zeitreise, die ihn das Fürchten lehrt. An seinem Hochzeitstag springt Teddy ungewollt ein Jahr in die Zukunft und danach gleich noch ein Jahr und so fort, nur um festzustellen, dass er durch Zögern, Versäumnisse und falsche Entscheidungen sein Glück aufs Spiel gesetzt hat. Rafe Spall überzeugt als seelisch gemarteter, tollpatschiger Held, der um die Liebe seines Lebens kämpft, als es dafür schon zu spät zu sein scheint. Auch Zarah Newman trägt zum Gelingen der Komödie bei, indem sie Leanne als Ehefrau mit großem Herzen spielt.





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