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Death Of A Ladies' Man (2021)

In dieser Tragikomödie bekommt ein alternder kanadischer Professor, Frauenheld und Trinker Halluzinationen und erfährt, dass er unheilbar krank ist.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Der kanadische Professor Samuel O‘Shea (Gabriel Byrne) hat seine junge zweite Frau beim Fremdgehen erwischt und sich von ihr getrennt. Nun trinkt er, der selbst ein notorischer Frauenheld ist, noch mehr als sonst. Sein Sohn Layton (Antoine Olivier Pilon) eröffnet ihm, dass er schwul ist, seine Tochter Josée (Karelle Tremblay) liebt drastische Theaterauftritte und eine deftige Ausdrucksweise. An Thanksgiving fällt Samuel Geneviève (Suzanne Clément), seiner Frau aus erster Ehe, weinend um den Hals. Aber sie ist dabei, wieder zu heiraten und kann ihm die ersehnte Geborgenheit nicht schenken.

Weil Samuel in letzter Zeit Halluzinationen hat – Laytons Eishockeymannschaft tanzt auf dem Eis zu einem Lied von Leonard Cohen, oder Samuels schon früh verstorbener Vater Ben (Brendan Gleeson) besucht ihn zu Hause – geht er zu einer Ärztin. Die Medizinerin stellt einen Hirntumor fest und gibt ihm noch wenige Monate Lebenszeit. Samuel reist in sein Heimatland Irland und schreibt in einem einsamen Haus an der Küste endlich den Roman, den er immer schreiben wollte. Er führt Gespräche mit seinem Vater und lernt die junge Charlotte (Jessica Paré) kennen und lieben. Doch plötzlich steht Josée vor der Tür und erinnert ihn daran, dass er Familie hat.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Dieses tragikomische Drama des kanadischen Regisseurs Matt Bissonnette ("Looking for Leonard") wird auf den Flügeln der Lieder Leonard Cohens getragen. Samuel, der Held der sehr unkonventionellen, charmant-ideenreichen Geschichte, ist ein großer Fan des kanadischen Singer-Songwriters. Wenn er seine Halluzinationen bekommt, erklingt eines der Lieder Cohens, in denen es um die Liebe, das Alleinsein, die Melancholie des In-die-Welt-Geworfenseins geht. Auch Samuel, der als Frauenheld, Poetik-Professor und Trinker mit 64 Jahren feststellt, ziemlich erschöpft und ausgelaugt zu sein, setzt sich mit seinem Leben, seinen Träumen und Illusionen auseinander. Denn er hat einen Hirntumor, der ihn bald ins Jenseits befördern wird.

Bissonnette, der Cohen verehrte und persönlich kannte, ließ sich von dem 2016 verstorbenen Künstler selbst die Erlaubnis geben, mehrere seiner Lieder in diesem Film zu verwenden. Auch der Filmtitel entstammt einem Album und Buch Cohens. Der Regisseur lässt seinen Filmhelden Samuel allmählich erkennen, dass er falschen Vorstellungen über das Leben und seine Bedürfnisse aufgesessen ist. Auf einmal sieht er, dass ihn der Status eines Frauenhelden einsam gemacht hat, dass er den Roman seiner Träume immer noch nicht geschrieben, im Leben seiner Kinder aus erster Ehe zu wenig anwesend war. Gabriel Byrne spielt hervorragend, wie Samuel taumelnd an seinem selbst erschaffenen Denkmal sägt. Er begegnet imaginären Gestalten. Vor allem die Gespräche mit seinem lakonischen, irischen Vater Ben sind sehr bewegend, geht es darin doch um die große, nie beantwortete Frage, warum die Familie auseinanderbrach. Witzigerweise fragte die Ärztin Samuel, ob er denn niemanden zum Reden habe, und nun wird dieser imaginäre und doch sehr lebendige Vater zu einer solchen Person, bei der er Halt sucht.

Die Straßenszenen aus dem winterlichen Montreal, die Schönheit der irischen Küste entfalten einen rauen Charme. Samuels Halluzinationen sorgen dafür, dass sich merkwürdige Wesen in die Realität schmuggeln, Frankenstein, feuerspeiende Gänse, eine Kellnerin mit Tigerkopf im Bikini. Bissonnette gelingt es, die an sich schweren Themen dieses Dramas mit solchen Ideen und fein dosierter Ironie leichter, aber nicht weniger wahr und wichtig erscheinen zu lassen.

Fazit: In diesem charmanten, ideenreichen Drama glänzt Gabriel Byrne in der Rolle eines alternden,von Schwermut geplagten Frauenhelden, der zu tief ins Glas schaut. Wie in den Liedern Leonard Cohens, die seine vielleicht seinem Hirntumor geschuldeten Halluzinationen begleiten, geht es auch ihm um die Sehnsüchte, Illusionen und das Scheitern im Leben. An den Schauplätzen Montreal und Irland nimmt eine tragikomische Geschichte ihren Lauf, die von Regisseur Matt Bissonnette mit leichter Hand und musikalisch beschwingt erzählt wird. Imaginäre und reale Charaktere scharen sich um den Poesie-Liebhaber, der mit dem Gespenst der Einsamkeit ringt und sich Abschied nehmend mit seinem Leben versöhnen will.




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Land: Kanada, Irland
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 07.04.2022
Regie: Matt Bissonnette
Darsteller: Gabriel Byrne als Samuel O'Shea, Jessica Paré als Charlotte Lafleur, Brian Gleeson als Ben
Verleih: MFA Film

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