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Acasa (2020)

Dokumentarfilm: Eine elfköpfige Familie lebt in einer Hütte außerhalb von Bukarest – bis sie zur Umsiedlung gezwungen wird.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
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Gică Enache lebt mit seiner Frau Niculina, seinen neun Kindern sowie zahlreichen Tieren seit 18 Jahren in einer selbstgebauten Hütte mitten in der Wildnis außerhalb von Bukarest. Sein ältester Sohn Vali sucht gelegentlich die Stadt auf, um dort Fisch zu verkaufen.

Als das Gebiet, in dem die Enaches wohnen, zum Naturpark werden soll, muss die Familie ihr Heim verlassen. Eine Sozialarbeiterin kann eine Wohnung vermitteln. Die Kinder besuchen fortan die Schule und müssen sich in der Stadt zurechtfinden.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

In seinem Dokumentarfilm "Acasă, My Home" widmet sich Radu Ciorniciuc einer rumänischen Großfamilie, die 18 Jahre lang in der Wildnis des Bukarester Deltas lebte – fernab der Zivilisation, in einer selbstgebauten Hütte, umgeben von Tieren. Das Werk, das seine Premiere auf dem Sundance Film Festival 2020 feierte und seither auf zahlreichen Festivals präsentiert und vielfach ausgezeichnet wurde, beginnt mit idyllisch anmutenden Aufnahmen von Kindern im See. Das unkonventionelle Leben, das die elfköpfige Familie führt, ließe sich gewiss verklären – doch diesen Fehler begeht Ciorniciuc nicht.

Der Regisseur, der auch als investigativer Journalist tätig ist, fängt das Geschehen mit seinem Co-Kameramann Mircea Topoleanu von Anfang an absolut differenziert in all seiner Ambivalenz ein. Gică Enache lebt mit seiner Frau Niculina und seinen neun Kindern im Einklang mit der Natur – doch dies bedeutet auch, dass den Kindern keine Schulbildung zuteilwird. Obendrein erweist sich Gică zuweilen durchaus als äußerst tyrannisch auftretendes Familienoberhaupt, etwa wenn er seinen ältesten Sohn Vali gegen dessen Willen zum nächtlichen Fischen schickt. Den Kulturschock, den alle Familienmitglieder nach dem erzwungenen Umzug in die Stadt auf unterschiedliche Weise erfahren, zeigt "Acasă, My Home" mit großem Einfühlungsvermögen. Wir begleiten die Kinder in die Schule, nehmen am Alltag der Familie teil; mehr und mehr rückt dabei Vali ins Zentrum, der gegen seinen Vater rebelliert und dessen Erziehungsmethoden hinterfragt.

Der Film spielt das Leben in der Wildnis und das Leben in der Stadt nicht gegeneinander aus. Vielmehr liefert er genaue Beobachtungen und entwickelt eine erstaunliche Nähe zu den Beteiligten, ohne dabei jemals voyeuristisch zu wirken.

Fazit: Ein erhellender, zutiefst einfühlsamer Film, der sich mit Familiendynamiken und den Fragen nach Heimat und Freiheit befasst. Sehr sehenswert!




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Land: Rumänien
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 86 Minuten
Kinostart: 13.05.2021
Regie: Radu Ciorniciuc
Darsteller: Gica Enache, Vali Enache, Rica Enache
Verleih: Glotzen Off

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