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Kritik: Stop-Zemlia (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem Spielfilmdebüt "Stop-Zemlia" erzählt die 1989 geborene, ukrainische Drehbuchautorin und Regisseurin Kateryna Gornostai mit bemerkenswerter Sensibilität vom Jungsein und von den vielen Unsicherheiten, mit denen sich Menschen im Jugendalter befassen müssen. Es gelingt ihr, das Gefühl von Orientierungslosigkeit einzufangen, indem sie auf dramaturgische Zuspitzungen und Klischees verzichtet und stattdessen auf Improvisation setzt. Ähnlich wie die Figuren driftet der Film umher, mutet mal melancholisch, mal unbeschwert, mal ernst und mal heiter an – und demonstriert damit die nötige Empathie, um sich dem emotionalen Befinden der Heranwachsenden zu widmen.

Gornostai zeigt eine ganze Abschlussklasse und rückt einige Figuren deutlicher ins Zentrum, etwa die introvertierte Masha, die mit Yana und Senia ein Outsider-Trio bildet. Die Regisseurin beobachtet ihr adoleszentes Personal im Unterricht, auf dem Schulflur, beim Rauchen in der Kälte, beim Flaschendrehen auf einer Hausparty, beim Klassenausflug ins Museum, beim Herumalbern auf einem Spielplatz oder bei einer Tanzveranstaltung in der Sporthalle. Der Film deutet zahlreiche schwierige Themen an – unter anderem Streit mit den Eltern und Mobbing –, ohne in die Gefilde eines Problemfilms zu geraten. Es geht nicht darum, dezidierte Botschaften zu vermitteln, sondern aufmerksam am Dasein der Figuren teilzuhaben. Auch die Kommunikationswege über soziale Netzwerke werden stimmig integriert, ohne aufdringlich zu wirken. Etliche Details – etwa ein Kaugummi, der an der Rückseite einer Stuhllehne im Klassenzimmer klebt, oder eine Laufmasche auf Mashas Strumpfhose – verleihen dem Geschehen zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Die Handlung wird noch um kurze, eingestreute Interviews ergänzt, in denen Masha und die anderen darüber reden, was sie nach der Schule machen wollen und welche Gedanken und Gefühle sie umtreiben. Auch hier entsteht eine angenehme, stets respektvolle Nähe zu den Figuren.

Fazit: Ein überaus feinfühliger Film, der sich mit seinen jungen Figuren treiben lässt und dabei ein stimmiges Bild der heutigen Jugend entwirft.




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