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König Otto
König Otto
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Kritik: König Otto (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In seinem Dokumentarfilm "König Otto" zeichnet der Regisseur Christopher André Marks den geradezu märchenhaft anmutenden Weg der griechischen Fußballnationalmannschaft zum Sieg der Europameisterschaft im Jahre 2004 nach. Im Zentrum steht dabei der damalige Trainer Otto Rehhagel. Dessen Biografie wird durch Archivmaterial veranschaulicht – von der vom Zweiten Weltkrieg geprägten Kindheit in der Ruhrgebietsmetropole Essen über seine Karriere als Spieler und schließlich als Trainer.

Mit gekonnt arrangierten Nachrichtenbildern und O-Tönen werden wir daran erinnert, dass der Titelgewinn der Griechen bis heute zu den größten Sensationen der europäischen Fußballhistorie zählt. Die Fernsehausschnitte (etwa aus dem "aktuellen Sportstudio" im ZDF) sowie die Stadionaufnahmen und die Einblicke in Pressekonferenzen führen uns zurück in die damalige Zeit; die Jubelschreie und die emotionale Musik lassen uns die Euphorie spüren, die durch den Erfolg des unterschätzten Außenseiter-Teams ausgelöst wurde.

Neben Rehhagel kommen auch einige Mannschaftsmitglieder sowie der Assistent und Übersetzer Ioannis Topalidis zu Wort, um der Frage nachzugehen, wie der deutsche Trainer vorging und wie es ihm gelang, die Spieler trotz bestehender Sprachbarriere zu motivieren. Erhellend sind hierbei auch die Aufnahmen vom Training. Wie die sogenannten "chancenlosen Herausforderer" dank Herz, Leidenschaft und Seele zu Sport-Helden avancierten, wird von Marks so einfühlsam erfasst, dass es nicht nur für Fußball-Fans unterhaltsam ist.

Fazit: Die einnehmende Schilderung einer realen Underdog-Geschichte – mit mitreißend komponiertem Material und vielen Einblicken.




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