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Der Rosengarten von Madame Vernet
Der Rosengarten von Madame Vernet
© Neue Visionen

Kritik: Der Rosengarten von Madame Vernet (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In seinem neuen Werk "Der Rosengarten von Madame Vernet" widmet sich der französische Regisseur und Drehbuchautor Pierre Pinaud ("Sag, dass du mich liebst") einem filmisch bisher kaum ergründeten Kosmos: der Rosenzucht. Zu Beginn zeigt er den internationalen Rosenwettbewerb, der jährlich im Parc de Bagatelle stattfindet. Wenn eine Jury die Blumen begutachtet, um die begehrte "Goldene Rose" zu verleihen, werden wir in diese ganz eigene Welt mitgenommen. Und auch im weiteren Verlauf, wenn es um die Finessen der Pflanzenkreation geht und wenn wir die Protagonistin Eve in ihr Gewächshaus und auf die blühenden Rosenfelder begleiten, entwickelt der Film eine besondere Faszination.

Pinauds Skript erzählt eine Underdog-Geschichte auf zwei Ebenen. Zum einen droht Eve als Solo-Unternehmerin die Insolvenz, da eine Großzüchterei den Blumenmarkt dominiert. Zum anderen erleben wir, wie drei neu eingestellte Personen aus einem Resozialisierungsprogramm ihre Fähigkeiten einbringen, um Eve zu helfen – und wie dieses Trio dabei über sich hinauswächst. Insbesondere der von Melan Omerta verkörperte Kleinkriminelle Fred lernt bei Eve nicht nur die Grundlagen der Botanik, sondern entdeckt seine Begabung. Der Film ist eine Feier der Gemeinschaft; es wird deutlich, dass Menschen zusammen stets mehr erreichen können als völlig allein.

Catherine Frot überzeugt in der Titelrolle; sie lässt die Leidenschaft ihrer Figur für die Rosenzucht ebenso erkennen wie die allmähliche Entwicklung der verbissenen Einzelkämpferin. Unterstützt wird sie von sympathischen Co-Stars, die für zusätzlichen Witz und Charme sorgen.

Fazit: Ein einnehmend gestalteter Film, der die Schönheit von Blumen und den sozialen Zusammenhalt vermittelt und dabei von einem starken Ensemble getragen wird.




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