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Mein Freund Poly (2021)

Kunterbunte Kinderbuchverfilmung: Regisseur Nicolas Vanier hat Cécile Aubrys Roman "Wer rettet Silberschweif?" fürs Kino adaptiert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht die zehnjährige Cécile (Elisa de Lambert) mit ihrer Mutter Louise (Julie Gayet) von Paris aufs Land. Louise tritt in ihrem alten Heimatdorf eine Stelle als Krankenschwester an. Ihrer Tochter fällt der Umzug schwer, denn es sind Sommerferien und Cécile findet keinen Anschluss an die übrigen Kinder. Als ein Zirkus im Dorf Station macht, ändert sich die Situation. Cécile freundet sich mit dem Zirkusjungen Pablo (Orian Castano) an. Der Star der Show, das Shetlandpony Poly, hat es dem Mädchen besonders angetan.

Was das Publikum nicht weiß, Cécile aber mitbekommt: Zirkusdirektor Brancalou (Patrick Timsit) behandelt Poly fürchterlich. Also entschließt sie sich, das Pony zu befreien und gemeinsam mit ihm zu ihrem Vater nach Italien zu wandern. Den beiden dicht auf den Fersen sind der Zirkusdirektor und zwei seiner Handlanger, zwei vertrottelte Dorfpolizisten und der Schlossbesitzer Victor (François Cluzet), der Louise versprochen hat, ihre Tochter zu finden und unversehrt zurückzubringen.

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Mein Freund Poly - Cécile und Pony Poly (Elisa de Lambert)Mein Freund PolyMein Freund Poly -  Cécile und Pony Poly (Elisa de Lambert)Mein Freund PolyMein Freund Poly - Cécile und Pony Poly (Elisa de Lambert)Mein Freund Poly - Cécile und Pony Poly (Elisa de Lambert)


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Eine überspitzt formulierte Faustregel für Filmemacher lautet, nie mit Kindern, Tieren oder auf dem Wasser zu drehen. Alle drei seien vor der Kamera zu unberechenbar. Nicolas Vanier scheut dieses Risiko nicht. Der 1962 im Senegal geborene und auf dem Bauernhof seines Großvaters im zentralfranzösischen Sologne aufgewachsene Regisseur hat sich inzwischen auf Familienfilme spezialisiert, in deren Zentrum die Beziehung eines Kindes zu einem Tier steht ("Der Junge und der Wolf", "Belle und Sebastian", "Der Junge und die Wildgänse", u. a.). In seinem neuesten Film wagen sich das Mädchen Cécile und das titelgebende Pony für eine längere Sequenz sogar aufs Wasser.

"Mein Freund Poly" ist die Verfilmung von Cécile Aubrys Roman "Wer rettet Silberschweif?". Im französischen Original heißt er wie auch dessen Adaption schlicht "Poly". Aubry (1928-2010) war Schauspielerin, Fernsehregisseurin und Kinderbuchautorin. Veröffentlicht hat sie "Poly" im Jahr 1964, in dem nun auch die Handlung der Verfilmung spielt. Das bietet nicht nur die Gelegenheit für ein paar augenzwinkernde Anspielungen auf die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und die sich ankündigende Frauenrechtsbewegung. Vaniers Film schwelgt auch in der Mode, den Fahrzeugen und dem Mobiliar dieser Zeit.

"Mein Freind Poly" ist ein farbenprächtiger und kunterbunter Kinderfilm, der sich schwieriger Themen annimmt und das Herz am rechten Fleck hat. Es geht um den Verlust eines geliebten Menschen und der gewohnten Umgebung. Um die Freundschaft eines Mädchens zu einem Tier, die aus dem Umstand erwächst, dass dieses Mädchen zunächst keine anderen Freunde findet. Und zu guter Letzt geht es um den richtigen, einen würdevollen Umgang mit Tieren.

Nicolas Vanier setzt all das mit einem guten Auge für Farben, Formen und wohlkomponierte Bilder in Szene. Die Landschaft sieht atemberaubend, das Städtchen pittoresk, die wiedererweckte Epoche nostalgisch aus. Letzten Endes fehlt dem Film aber überall das entscheidende Etwas. Die Bösewichte um den Zirkusdirektor sind nicht fies und furchteinflößend genug, die zwei vertrottelten Dorfpolizisten sind nicht witzig genug und die Beziehung zwischen Cécile und Poly ist nicht intensiv genug. So schön dieser Film auch aussieht, die beabsichtigte Stimmung überträgt sich nicht vollends aufs Publikum.

Fazit: Nicolas Vanier ist ein Fachmann für toll fotografierte Familienfilme, in deren Zentrum die Beziehung eines Kindes zu einem Tier steht. Auch sein neuer Film, die Adaption eines Kinderbuchs von Cécile Aubry, sieht fantastisch aus. Letzten Endes fehlt dem Film aber ein entscheidender Tick, damit sich die beabsichtigte Stimmung auch aufs Publikum überträgt.




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Land: Frankreich
Jahr: 2021
Genre: Abenteuer, Kinderfilm
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 17.06.2021
Regie: Nicolas Vanier
Darsteller: François Cluzet als Victor, Julie Gayet als Louise, Patrick Timsit
Verleih: Capelight Pictures

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