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Landretter (2021)

Provinz als positive Perspektive: deutscher Dokumentarfilm über vier Menschen, die sich ganz unterschiedlichen Problemen des Landlebens stellen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Karin Berndt ist Bürgermeisterin im sächsischen Seifhennersdorf. Einst war die Gemeinde das größte Industriedorf der DDR, heute stehen viele Fabriken, Geschäfte und Häuser leer. Die jungen Menschen sind abgewandert. Als das Bildungsministerium die ortsansässige Mittelschule schließt, wehren sich Berndt und die Eltern und verklagen den Freistaat.

Maria Heubuch ist Landwirtin im baden-württembergischen Leutkirch im Allgäu und Abgeordnete für die Grünen im EU-Parlament in Brüssel. Dort geht sie seit 2014 gegen "landgrabbing" vor. Diese Landkonzentration in den Händen weniger Konzerne macht das Ackerland für Bauern immer unerschwinglicher.

Günther Wuchterl ist Astronom in Wien. Die zunehmende Lichtverschmutzung, die es immer schwieriger macht, einen klaren Sternenhimmel zu sehen, bereitet ihm Sorge. Gemeinsam mit dem Gastwirt Charly Schillinger, der keine 30 Kilometer von Wien entfernt im Örtchen Großmugl lebt, will er den Ort und dessen Sternenhimmel als Weltkulturerbe anerkennen lassen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Seifhennersdorf in Sachsen, Großmugl in Österreich und Leutkirch im Allgäu – auf den ersten Blick haben diese drei Orte ebenso wenig miteinander gemeinsam wie die vier Menschen, die die Regisseurin Gesa Hollerbach in ihrem Dokumentarfilm begleitet. Was die Orte verbindet, ist der Strukturwandel. Was die im Film porträtierten Menschen eint, ist ihr Wille, diesen Wandel nicht einfach stillschweigend hinzunehmen, sondern ihm aktiv entgegenzuwirken. Auf ganz unterschiedliche Weisen sind sie alle "Landretter".

Gesa Hollerbachs Film stellt die Gemeinsamkeiten heraus und ist dabei größtenteils selbsterklärend. Einige wenige Einblendungen verorten die handelnden Personen und liefern Hintergrundinfos. Eines einordnenden Kommentars oder klassisch geführter Interviews bedarf es hingegen nicht. Die Zusammenhänge ergeben sich aus den Alltagsbeobachtungen und den Gesprächen, die die Protagonisten führen. Schnell wird noch ein ganz anderer Zusammenhang ersichtlich: Was auf dem Land passiert, betrifft uns letzten Endes alle – egal ob wir auf dem Land oder in der Großstadt wohnen.

"Landretter" ist ein Film, der vier engagierten Menschen bei ihrem Einsatz für Land und Leute über die Schulter blickt, ganz genau hinsieht und viel von ihrer Leidenschaft festhält. "Landretter" ist aber auch ein Film, der uns vor Augen führt, dass wir – egal ob Stadt- oder Landbewohner – oftmals wenig bis gar keine Ahnung haben, wie schlecht es um die Infrastruktur, die Landwirtschaft und den Sternenhimmel auf dem Land bestellt ist. Und zu guter Letzt ist "Landretter" ein Film, der zeigt, dass es sich für seine Liebe zu Land und Leuten zu kämpfen lohnt – ganz egal, ob auf lokaler Ebene, auf Landesebene, auf europäischer oder gar globaler Ebene.

Fazit: Für ihren Dokumentarfilm hat die Regisseurin Gesa Hollerbach vier Menschen bei ihren drei Anliegen über mehrere Jahre begleitet. Was sie eint, ist ihre Liebe für Land und Leute. Ein Film über ganz unterschiedliche "Landretter", die zeigen, dass es sich lohnt, für eine Sache leidenschaftlich zu kämpfen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Dokumentation
Länge: 83 Minuten
Kinostart: 01.07.2021
Regie: Gesa Hollerbach
Darsteller: Karin Berndt als Karin Berndt, Maria Heubuch als Maria Heubuch, Charly Schillinger als Charly Schillinger
Verleih: Real Fiction

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