oder

Sun Children (2021)

Khorshid

Iranisches Abenteuerdrama über ein Straßenkind auf Schatzsuche.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der zwölfjährige Ali (Rouhollah Zamani) schlägt sich in Teheran mit Kinderarbeit und Diebstählen im Auftrag von Gangstern durch. Zu seiner Clique, die er befehligt, gehören drei weitere Kinder, die arbeiten müssen: Mamad (Mohammad Mahdi Mousavifar), das Fußballtalent Reza (Mani Ghafouri) und der afghanische Junge Abolfazl (Abolfazl Shirzad). In Zahra (Shamila Shirzad), die ältere Schwester von Abolfazl, die in der U-Bahn Kleinartikel verkauft, ist Ali ein wenig verknallt.

Alis Mutter (Tannaz Tabatabaei) ist nach einem schweren Schicksalsschlag in der Psychiatrie gelandet. Ali möchte sie gerne herausholen, doch es fehlt ihm eine Wohnung. Der alte Geschäftsmann und Ganove Hashem (Ali Nassirian) verspricht Ali ein Zimmer. Er gibt dem Jungen den Auftrag, nach einem in einem Tunnel versteckten Goldschatz zu suchen. Da der Eingang zum Tunnel im Keller einer Schule für Straßenkinder beginnt, soll sich Ali gleich dort einschreiben. Zielstrebig nimmt Ali das Projekt in Angriff und drückt fortan mit seinen drei Kumpels die Schulbank. Der Konrektor Rafie (Javad Ezati) nimmt Ali unter seine Fittiche, ahnt aber nicht, dass der Junge in den Tiefen des Kellers heimlich verschüttete und versperrte Tunnelschächte freigräbt. Wird es Ali gelingen, das gefährliche Vorhaben unentdeckt zu vollenden?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der iranische Regisseur Majid Majidi ("Kinder des Himmels") inszeniert gerne Spielfilme, die von benachteiligten Kindern in seiner Heimat handeln. Hier wird der zwölfjährige Ali von einem Ganoven beauftragt, in einem Tunnelsystem den Zugang zu einem versteckten Schatz freizulegen. Die heimlichen Grabungen unter der Schule "Sun School", die Ali nun zur Tarnung besucht, füttern die Handlung mit der Spannung eines Abenteuerfilms oder auch Thrillers. Der Titel, der sich auf den Namen der Schule bezieht, könnte leicht in die Irre führen. Denn die Charaktere dieser mit hartem, fast dokumentarischem Realismus erzählten Geschichte stehen als Straßenkinder nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Auch wenn ihnen der Schulbesuch einen Weg aus dem Elend weisen könnte, stoßen Ali und einige seiner Freunde bald vor Hindernisse, die die Aussicht auf ein märchenhaftes Happy End verstellen.

Das Thema Schatzsuche findet sich sowohl in Kinder-, als auch in Abenteuerfilmen im Stil von "Indiana Jones" oder in Heist-Movies. Aber wenn sich Ali in den Schächten abmüht, Trennwände aus Stein wegzuschlagen, wirkt er wie ein Gefangener, der einen Ausbruchsversuch unternimmt. Man fühlt sich daher von ferne auch an einen Film wie "Gesprengte Ketten" erinnert. Der Schatz verheißt Ali einen Ausbruch aus der Abhängigkeit von gewalttätigen, ausbeuterischen Männern, die Kinder für sich arbeiten lassen. Zugleich spielt der Film auch noch auf einen anderen Schatz an, nämlich den der Bildung. Dass die Schule für die ärmsten Kinder selbst wegen Geldnot von der Schließung bedroht ist, verweist kritisch darauf, wie schlecht es im Iran um die Förderung sozial benachteiligter junger Menschen bestellt ist.

Der Film folgt Ali in den Tunnel, das Klassenzimmer, auf die Straßen. Der junge Darsteller Rouhollah Zamani verleiht dem zielstrebigen und trickreichen Ali eine Energie, die ihre Entsprechung im flotten Erzähltempo des Films findet. Einige Rollen werden auch von Straßenkindern gespielt. Die kleine Romanze mit der temperamentvollen Zahra und die Nebenhandlungen, in denen die Schicksale anderer Schüler skizziert werden, sorgen für eine große emotionale Spannbreite. Der fürsorgliche Konrektor schafft ein Gegengewicht zu den bösen Charakteren, die Straßenkinder ausbeuten. Die Geschichte gewährt viele bewegende Einblicke in den schweren Alltag junger Menschen, die eine große Widerstandskraft entwickeln müssen, nur um über die Runden zu kommen. Majids Plädoyer für ihr Recht auf Bildung erweist sich als treffsicher und aufrüttelnd.

Fazit: Der iranische Regisseur Majid Majidi verbindet in seinem Spielfilm das dramatische Abenteuer einer Schatzsuche mit einem ungeschönten Blick auf die Realität der Kinderarbeiter. Die zielstrebige Energie des Hauptcharakters Ali, der auf der Straße lebt, findet ihre Entsprechung in einer ereignisreichen und spannenden Handlung. Ihr Mittelpunkt ist eine Schule für Straßenkinder, die Majidis flammendem und treffsicherem Plädoyer für das Recht auf Bildung Gestalt verleiht.




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FBW: besonders wertvollSo ruhelos wie seine Helden ist auch dieser Film. Der 12jährige Ali hetzt mit seiner Clique durch die Tage und Nächte, denn die vier Straßenkinder versuchen alles, um der Armut und dem Slum, in dem sie leben, zu entkommen. So stehlen sie für eine [...mehr]

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Land: Iran
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 99 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 05.05.2022
Regie: Majid Majidi
Darsteller: Ali Nassirian als Hashem, Javad Ezati als Vice-Principal Rafie, Tannaz Tabatabayi als Ali's Mutter
Verleih: MFA Film

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