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Kritik: How It Ends (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Regisseure und Drehbuchautoren Zoe Lister-Jones ("Blumhouse's Der Hexenclub") und Daryl Wein ("White Rabbit") lassen ihren neuen Film als "apokalyptische Wohlfühlkomödie" ankündigen. Sie setzen sich mit dieser Endzeitgeschichte indirekt auch mit ihrer eigenen Erfahrung während der Corona-Pandemie des Jahres 2020 auseinander. Wie surreal die Wirklichkeit zu diesem Zeitpunkt anmutet, fängt das Ehepaar Lister-Jones und Wein in Aufnahmen der leeren Straßen in den Stadtvierteln von Los Angeles ein. Denn die Dreharbeiten fanden während des Lockdowns statt. Wenn Liza mit ihren jüngeren Selbst also durch die Viertel wandert und hier und dort versprengten Bewohnern begegnet, schwingt die Atmosphäre der Corona-Zeit mit, aber die Geschichte schlägt eine ganz andere, völlig fiktionale Richtung ein.

Die Charaktere warten sehr gefasst auf das Ende der Welt. Man könnte sich fragen, ob sie vielleicht einem Irrtum aufgesessen sind, einer dieser Prophezeiungen, die sich regelmäßig nicht erfüllen. Liza begegnet einigen Menschen, die so esoterisch geprägt sind, dass sie praktisch auf alles bereits ihre eigene, sehr spezielle Antwort haben. Oft ist von Drogen die Rede. Ein Passant lädt Liza ein, auf einem Hügel über der Stadt von Marihuana bis zu Heroin alles zu kosten, was er für diesen Anlass gebunkert hat. Das Rezept des Vaters, mit seelischer Last fertig zu werden, irritiert Liza eher.

Liza auf ihrem merkwürdigen Streifzug durch eine seltsame Umgebung zuzuschauen, wirkt auf spaßige Weise abgehoben und schräg. Es entstehen auch rührende Momente, etwa wenn sie der Folksängerin den Wunsch erfüllt, ein Lied mitzusingen. Auf nachdenkliche Töne folgt wieder grelle Comedy, etwa wenn Liza versucht, mit ihrem Ex-Freund Larry abzurechnen, der sie einfach sitzen ließ. Dass der Film auch eine leicht melancholisch gefärbte Huldigung an Los Angeles und Hollywood ist, merkt man zum Beispiel, wenn hinter Liza nicht nur der Himmelskörper im Bild erscheint, der die Apokalypse verursachen soll, sondern zugleich auch das legendäre, aus vielen Filmen bekannte Griffith Observatorium.

Lizas Verhalten wirkt manchmal rätselhaft, und nicht alle Begegnungen entwickeln so etwas wie dramatische Spannung. Aber die Art und Weise, wie sich Liza mit ihrem jüngeren Selbst auseinandersetzt, überzeugt mit klugen Einsichten. Schließlich sollten Erwachsene generell öfter auf das Kind in sich hören und dessen Schwung nicht routinemäßig der eigenen Angepasstheit opfern.

Fazit: Unter der Regie von Zoe Lister-Jones und Daryl Wein ist eine skurrile Weltuntergangskomödie entstanden, die ein Stück weit auch die Atmosphäre im Pandemie-Jahr 2020 widerspiegelt. Während des Lockdowns in Los Angeles auf leeren Straßen gedreht, sind die Hauptfigur Liza und ihr jüngeres Selbst auf ihren Wegen in eine surreale Stimmung gehüllt. Die mal comedyhaft parodistischen, mal nachdenklichen Begegnungen am letzten Tag auf Erden wirken zwar einfallsreich und unterhaltsam, bleiben aber oft auch merkwürdig in der Schwebe.




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