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Garagenvolk (2020)

Doku über ein wenig bekanntes Phänomen im post-sowjetischen Russland, ganz hoch im Norden: abseits von Eisfischen, Matrjoschkas und Wodka existieren riesige Garagensiedlungen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Die Garagensiedlung, die im Zentrum der Doku "Garagenvolk" steht, ist ein unwirtlicher, für Fremde nur schwer zu beschreibender Ort: Unzählige Garagen reihen sich in dieser Siedlung im Norden Russland aneinander, hinter ihnen karge Bergkulissen und spärliche Natur. Es gibt in dieser Gegend nur einen Arbeitgeber, ein Bergbaukonzern. In der Garagensiedlung leben fast nur Männer, die sich auf ihren wenigen Quadratmetern neue, minimalistische Lebensräume geschaffen haben. Die Garagen sind den Männern nicht nur Wohnung, Kreativraum oder Schlafplatz, sondern vor allem ein Ausdruck vom Rückzug ins Intime und Private. "Garagenvolk" blickt hinter die Kulissen der Siedlung und porträtiert einige der schrulligen Bewohner.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Garagenvolk" ist das Debüt der russischen Filmemacherin Natalija Yefimkina, der auf der diesjährigen Berlinale sein Debüt feierte. Die Produktion des Films nahm insgesamt drei Jahre in Anspruch, der Dreh selber dauerte 30 Tage und fand zwischen Sommer 2017 und Winter 2018 statt. Gedreht wurde in einigen kleinen Orten und Städten nördlich des Polarkreises.

Differenziert und mit viel Sorgfalt beobachtet Yefimkina all die kauzigen, liebenswürdigen Männer, die sich in der Siedlung sowie in ihren Garagen, die als Art Mikrokosmos fungieren, eingerichtet haben. Darunter der Schrottsammler Ilja, der seine Garage als Produktionsstätte nutzt, der Künstler Pavel oder Viktor, der seine Garage in mühevoller Kleinarbeit um einige Stockwerke ergänzt hat. Ihnen allen kommen wir näher und wir lernen sie besser kennen, da Yefimkina genau zuhört, unauffällig beobachtet und zuvorderst die richtigen Fragen stellt.

Angenehm ist, dass der Zuschauer die Infos über die Geschichte, Hintergründe, Schicksale und persönlichen (Leidens-)Geschichten der Männer zu weiten Teilen über die Gespräche und Unterhaltungen untereinander erfährt. Klassische Elemente fast aller Dokus, darunter Off-Kommentierungen und Interviews, auf die die Filmemacherin bewusst verzichtet, fehlen. Aber man vermisst sie auch nicht. Die Stimmung und die Erkenntnisse erschließen sich rein durch die Beobachtungen. Beachtlich ist zudem, wie sehr sich die Männer öffnen und ihren "Garagen-Nachbarn" von den individuellen Schicksalen und Traumata berichten – immerhin ist trotz der Zurückhaltung Yefimkinas ja stets die Kamera mit dabei.

Einer der Bewohner leidet unter einer Parkinson-Krankheit, weshalb er seine Arbeit verlor. Ein anderer musste den Tod zweier Ehefrauen verkraften, die Krankheiten zum Opfer fielen. Doch "Garagenvolk" spendet auch Hoffnung, etwa wenn die Männer voller Zuversicht und mit glänzenden Augen von ihren Wünschen und Träumen erzählen.

Fazit: Betont schlicht und unaufdringlich realisierter, sehr menschlicher Film über einen besonderen Schlag eigenbrötlerischer, sympathischer Zeitgenossen.




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FBW: besonders wertvollDie FBW-Jury vergibt das Prädikat besonders wertvoll.

Am Rande eines nicht näher bestimmten Städtchens irgendwo in den Weiten Russlands erstreckt sich eine Reihe von alten Garagen, die jedoch schon lange nicht mehr nur als bloße [...mehr]

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Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 16.09.2021
Regie: Natalija Yefimkina
Verleih: barnsteiner-film, missingFilms

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