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Dogs don't wear Pants
Dogs don't wear Pants
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Dogs don't wear Pants (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Dogs Don't Wear Pants" liefert der 1977 in der finnischen Stadt Porvoo geborene Regisseur J-P Valkeapää einen wilden Mix aus Trauerdrama und Erotikfilm. Das Werk zeigt einen Mann, der den Tod seiner Ehefrau nicht verarbeiten kann und deshalb mit dem Gefühl einer innerlichen Leere durch sein Leben geht. Weder seine jugendliche Tochter noch sein Job im Krankenhaus vermögen ihn aus seiner Lethargie zu reißen – bis er einer Domina begegnet und im Schmerz die Chance erkennt, wieder zu sich selbst zu finden.

In seiner visuellen Umsetzung lässt "Dogs Don't Wear Pants" insbesondere durch seine bewusst artifizielle Ausleuchtung zum einen an den morbiden Horrorklassiker "Hellraiser – Das Tor zur Hölle" (1987) von Clive Barker und zum anderen an einige Filme des Dänen Nicolas Winding Refn (etwa "Only God Forgives" oder "The Neon Demon") denken. Auf dramaturgischer Ebene gibt es Parallelen zu Bernardo Bertoluccis "Der letzte Tango in Paris" (1972). Eine rundum treffende Darstellung der BDSM-Szene bietet Valkeapää hier nicht; doch der Film nimmt seine Figuren und deren Schmerz ernst und erzeugt somit eine glaubhafte Atmosphäre. Der gelegentlich aufblitzende schwarze Humor fügt sich dabei stimmig ein.

Beeindruckend ist der Parforceritt, den der furchtlose Hauptdarsteller Pekka Strang ("Tom of Finland") hinlegt, um die Qualen des verwitweten Juha zu vermitteln. Auch Krista Kosonen ("Tove") wartet als rätselhafte Mona mit einer ausdrucksstarken Leistung auf.

Fazit: Ein wuchtiger Film, der seelische Abgründe in dunkelbunten Neonfarben ausleuchtet und von einem überzeugenden Schauspiel-Duo getragen wird.




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