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Hilfe, die Kinder sind zurück!
Hilfe, die Kinder sind zurück!
© Studiocanal

Kritik: Hilfe, die Kinder sind zurück! (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wenn die Kinder ausziehen, stimmt das viele Eltern erst einmal traurig. Aber heißt das auch, dass sie sich freuen würden, wenn die erwachsenen Sprösslinge eines Tages wieder um Obdach bitten? Catherine, die Mutter in dieser Komödie der Regisseurin Michèle Laroque, hat jedenfalls keine Lust, wieder für Kinder, die noch dazu keine mehr sind, zu putzen. Zwar setzt sie stets eine freundliche Miene auf, aber die kleinen Streiche, die sie der mit ihrem Freund bei ihr eingezogenen Tochter Anna spielt, wirken wie Nadelstiche.

Schon allein dieses Thema, das an den französischen Film "Tanguy – Der Nesthocker" erinnert, hätte für eine lustige Geschichte reichen können. Aber Laroque beschränkt sich nicht darauf, sondern würzt das Ganze auch mit zwei Beziehungskrisen. So verschießt der Film sein komödiantisches Pulver allzu unbekümmert in verschiedene Richtungen.

Die beiden männlichen Charaktere sehen zumindest anfangs wie Verlierertypen aus, während Mutter und Tochter im Leben besser zurechtkommen. Hausvater Yann ist nach dem Verkauf seiner Firma schrullig und weltfremd geworden. Wie er sich maßlos in die Bonsai-Pflege vertieft, spielt Stéphane De Groodt mit überzeugender Lust an der Übertreibung. Thomas schämt sich zu sehr, dass er seine Stelle verlor und nun als Fahrradkurier bestelltes Essen ausliefert, um es seiner Freundin Anna zu beichten. Allerdings wirkt dieser Punkt ziemlich unglaubwürdig, zumal die Figuren auch nicht detailliert gezeichnet sind.

Michèle Laroque spielt Catherine als souveränen Charakter, der sich mit spöttischen Kommentaren Luft verschafft. Allerdings wirkt sie als Person etwas unklar, liebevoll und biestig zugleich, als Ehefrau anhänglich und doch genervt. Tochter Anna muss ebenfalls schwer vereinbare Eigenschaften verkörpern. Denn sie hat ihre Doktorarbeit abgegeben und eine Stelle an der Uni in Aussicht, aber der Stress im Elternhaus und mit Thomas lässt sie auch wieder zum bockig-hilflosen Kind werden.

So unentschieden wie die Figuren sind auch viele komödiantische Einfälle. Catherines Streiche, die Anna und Thomas vergrämen sollen, sind eher simpler Natur und reizen allenfalls kurz zum Lachen. Wenn Yann seine Tochter zum Fitnesstraining begleitet oder sie von einer Party abholt, dümpelt das witzige Potenzial eher planlos dahin. Von vielem ein wenig, scheint das Motto der Komödie zu sein, die eher auf Lockerheit, als auf zugespitzte Dialoge Wert legt.

Fazit: Ein schrulliger Ehemann und eine erwachsene Tochter, die sich mit ihrem Freund im Elternhaus einquartiert, verhageln der Hauptfigur dieser französischen Komödie die Laune. Die Regisseurin Michèle Laroque spielt die Ehefrau und Mutter, die mit diebischer Freude zu einer List greift, um das junge Paar zu vergraulen, selbst. Den Dialogen fehlt es oft an Spritzigkeit, denn die Komödie will zu viel auf einmal, bissig und harmonisch sein, von Konflikten zwischen Eltern und Tochter, wie auch zwischen den Partnern erzählen. Die geschürten Erwartungen erfüllt der Film nur halbherzig.









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