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Mord in St. Tropez (2021)

Mystère à Saint-Tropez

Klamauk an der Côte d'Azur: starbesetzte französische Krimikomödie um einen Milliardär und seine illustren Sommergäste.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 5 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Südfrankreich in den 1970er-Jahren: Wie jeden Sommer haben Claude Tranchant (Benoît Poelvoorde), seines Zeichens Baron und Milliardär, und seine Frau Éliane (Virginie Hocq) in ihre Villa in Saint-Tropez geladen. Doch in diesem Jahr ist die Stimmung unter ihren illustren Gästen, zu denen auch Filmdiva Carmen Moreno (Rossy de Palma) und der griechische Regisseur Andreas Kalamannis (Vincent Desagnat) zählen, angespannt. Zwischen Cocktails am Pool und Strandpartys wird fröhlich fremdgegangen und intrigiert. Und seit einiger Zeit erhält Éliane Morddrohungen.

Kurzentschlossen greift Claude Tranchant zum Telefonhörer und ruft seinen Kumpel Jacques Chirac (Philippe Dusseau), seinerzeit Staatssekretär, an. Der macht dem Pariser Polizeichef Maurice Lefranc (Gérard Depardieu) Feuer unterm Hintern, den Fall zu klären. Da aber alle Topermittler bereits im wohlverdienten Sommerurlaub weilen, den in Kürze auch Lefranc antreten will, bleibt dem Polizeichef nichts anderes übrig, als den tollpatschigen und taktlosen Inspektor Jean Boulin (Christian Clavier) an die Côte d'Azur zu schicken. Boulin ermittelt dort verdeckt als Teil des Dienstpersonals, was dem Küchenchef Cyril (Jérôme Commandeur) überhaupt nicht schmeckt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Hach, dieser Film hätte so schön werden können! Sommer, Sonne und ein Murder-Mystery. Dass der ein wenig ins filmische Abseits geratene Detektivfilm auch noch im 21. Jahrhundert funktioniert, hatte unlängst Rian Johnsons "Knives Out" (2019) bewiesen. Wer es lieber klassisch mag, kann mit Kenneth Branaghs Ermittler Hercule Poirot in den auf Hochglanz polierten Agatha-Christie-Verfilmungen "Mord im Orient-Express" (2017) und "Tod auf dem Nil" (2022) vorliebnehmen. Nicolas Benamous "Mord in Saint-Tropez" liegt irgendwo dazwischen. Die Komödie ist zugleich Hommage und Persiflage – irgendwo zwischen Georges Simenons Kommissar Maigret, Inspektor Clouseau und François Ozons "8 Frauen" (2002) angesiedelt.

Das Drehbuch stammt von Hauptdarsteller Christian Clavier, der sich als Ermittler Jean Boulin mehr schlecht als recht durch diesen Film blödelt. Seine Figur ist tollpatschig und schwer von Begriff und steht damit in einer langen Reihe von Kommissaren, die von den Verbrechern (und vom Publikum) unterschätzt werden. Daraus schlägt der Film jedoch kaum Kapital, wie die Figuren, die Handlung und die Pointen insgesamt nicht richtig zu Ende geschrieben sind.

Neben Clavier zeichnen Jean-François Halin und Jean-Marie Poiré für dieses Versäumnis verantwortlich. Dabei kennen sich beide mit Komödien aus. Halin hat die Drehbücher für die Agentenparodien der "OSS 117"-Reihe verfasst, Poiré hat als Autor und Regisseur bereits mehrfach erfolgreich mit Clavier zusammengearbeitet, etwa beim Kassenschlager "Die Besucher" (1993) und dessen Fortsetzungen. Aus der Ausgangslage und der illustren Gästeschar machen sie allerdings viel zu wenig.

Mehr als ein paar nette Anspielungen auf Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie den späteren französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und Filmstar Alain Delon sind nicht drin. Die Figuren bleiben Abziehbilder. Der Humor ist handzahm, was angesichts des Settings im Jetset der freizügigen 1970er-Jahre maßlos enttäuscht. Der Slapstick ist ungelenk, und die Pointen verpuffen. Schlimmer noch: Das Talent großartiger Komödianten wie Benoît Poelvoorde, die das Publikum im Idealfall mit nur einer Gesichtsregung zum Lachen bringen, wird sträflich vernachlässigt.

Mit dieser müden Sommergesellschaft fällt das Mitfiebern schwer. Und alsbald rät im Kinopublikum auch keiner mehr mit, wer denn das Verbrechen begangen haben könnte. Da hilft selbst der gelungene Gastauftritt von Gérard Depardieu nichts mehr.

Fazit: Vor der sonnigen Kulisse der Côte d'Azur spult Regisseur Nicolas Benamou eine Krimikomödie ab, deren Klamauk schnell ermüdet. "Mord in Saint-Tropez" ist eine vertane Chance mit platten Gags und ungelenkem Slapstick.




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Land: Frankreich
Jahr: 2021
Genre: Komödie, Krimi
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 10.03.2022
Regie: Nicolas Benamou
Darsteller: Christian Clavier als Jean Boulin, Benoît Poelvoorde als Le baron Claude Tranchant, Thierry Lhermitte als Yves Lamarque
Verleih: Leonine Distribution

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