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Kritik: Glassboy (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Glassboy" hat der italienische Regisseur Samuele Rossi das Kinderbuch "Il bambino di vetro" verfilmt. Gemeinsam mit Josella Porto verfasste er das Skript, in dem er von dem elfjährigen Pino erzählt, der aufgrund seiner erblichen Krankheit und der damit verbundenen Sorge seiner Eltern ein Leben in Isolation führt. Die Geschichte macht deutlich, dass Pino zwar ein sehr behütetes Zuhause hat, aber dass ihm der Umgang mit Gleichaltrigen fehlt.

Mit der Kinderbande "Snerds", die Pino zunächst nur heimlich vom Fenster aus beobachtet und die ihn schließlich aufnimmt, zeichnet "Glassboy" ein sympathisches Bild junger Freundschaft. Die einzelnen Mitglieder wirken recht stereotyp, werden jedoch von Rosa Barboloni (als Mavi), Stefano Trapuzzano (als Ciccio), Mia Pomelari (als Mei Ming) und Gabriel Mannozzi De Cristofaro (als Domenico) sehr einnehmend und lebhaft verkörpert. Auch der Hauptdarsteller Andrea Arru liefert als Pino eine überzeugende Leistung zwischen Schüchternheit und Übermut. Wenn Pino etwa erstmals zur Schule gehen darf, nachdem er jahrelang nur zu Hause unterrichtet wurde, wird dies glaubhaft als kleine Befreiung dargestellt und in Szene gesetzt.

Seine stärksten Momente hat der Film, wenn er sich auf die leicht märchenhaften Elemente seiner Story konzentriert. So werden zum Beispiel der Vorspann und auch der Abschluss in Comicform präsentiert. Wenn Mavi Pino von ihrer verstorbenen Mutter erzählt und die beiden sich in eine Fantasiewelt begeben, um mit dem Verlust und der Trauer umzugehen, ist das einfühlsam gestaltet. Wenn sich "Glassboy" im weiteren Verlauf zu einem Abenteuer mit Slapstick-Einlagen entwickelt, verfällt das Ganze häufiger in Klischees. Dennoch ist die Roman-Adaption insgesamt gelungen.

Fazit: Eine energisch und glaubwürdig gespielte Kinderbuch-Verfilmung, deren Stärke in den leiseren Passagen liegt.




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