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Kritik: Girls Got Game (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Obwohl das Thema "Fußball" ein so populäres und die Sportart weltweit die beliebteste überhaupt ist, gibt es bis heute wenige Filme über Frauen- oder Mädchenfußball. Vom bekanntesten Film dieser Art, der Teenie-Sport-Komödie "Kick it like Beckham" (2002), ließ sich der 35-jährige russische Regisseur und Drehbuchautor Maxim Sveshnikov für "Girls got game" inspirieren. Es ist sein Langfilmdebüt.

Maxim Sveshnikov gelingt es, mit einigen Stereotypen zu brechen und lässt seine starken, sympathischen jungen Heldinnen zu großer Form auflaufen. Zwar erreicht "Girls got game" nie die Klasse des großen Vorbilds "Kick it like Beckham", verfügt aber über ebensolch charismatische, spielfreudige Darstellerinnen wie der große filmische Durchbruch für Keira Knightley, der auch schon wieder fast zwei Jahrzehnte alt ist.

Bezogen auf die Sportsequenzen kann "Girls got game" genauso mithalten, was sich an den dynamischen, temporeich gefilmten Szenen auf dem Spielfeld zeigt. Nur in den Momenten bei Nacht wirkt die Szenerie etwas künstlich und erinnert mehr an ein Computerspiel als ein realistisches Sportszenario. Ein Volltreffer sind die humorvollen Einschübe, die den Film auflockern und vor allem im Training zur Geltung kommen. Gerade wenn einige der Freundinnen, die von Danya zusammengetrommelt werden und seit Jahren nicht mehr zusammen gespielt haben, erst wieder mühsam zu alter Form finden müssen, präsentiert "Girls got game" spaßige, körperbetonte Szenen in bester Slapstick-Manier.

Weniger überraschend kommt die Botschaft des Films daher, die "Girls got game" mit den meisten Sportfilmen gemeinsam hat. Es geht darum, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben und zu lernen, als Team zusammenzuhalten. Dafür beweist er ein gutes Gespür für die Lebenswelt und -wirklichkeit der Spielerinnen, da er viele jener Themen und Probleme anspricht, mit denen (junge) Sportlerinnen in ihrem Alltag konfrontiert sind: von Gewalt und Frauenfeindlichkeit über Mobbing und Selbstzweifel bis hin zu familiärem Druck.

Fazit: Erfrischende, schauspielerisch begeisternde Mixtur aus Coming-of-Age, Sportfilm, Drama und Komödie, allerdings mit vorhersehbarer Botschaft und etwas ärgerlichem Schluss.




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