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Kosmetik des Bösen
Kosmetik des Bösen
© Central Film © Koch Media

Kritik: Kosmetik des Bösen (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der spanisch-französisch-deutschen Koproduktion "Kosmetik des Bösen" liefert der 1975 in Barcelona geborene Regisseur Kiké Maíllo eine Leinwandadaption des gleichnamigen Romans von Amélie Nothomb. Der Film beginnt als eine Art Screwball-Komödie. Die chaotisch anmutende Holländerin Texel Textor stürzt die Dienstreise des Stararchitekten Jeremiasz Angust ins Chaos, als dieser seinen Flug verpasst und deshalb in der Flughafen-Lounge in Paris festsitzt. Die rasanten Dialoge passen hierzu perfekt.

Wenn die junge Frau jedoch anfängt, aus ihrer Kindheit und Jugend zu erzählen, wird der Tonfall rasch düsterer. Neben der cleveren Story der literarischen Vorlage und dem überzeugenden Drehbuch, das Maíllo gemeinsam mit Cristina Clemente und Fernando Navarro verfasst hat, sind es vor allem einige visuelle Einfälle, die "Kosmetik des Bösen" zu einer spannungsreichen Erfahrung machen. Mit seiner Kamerafrau Rita Noriega fängt Maíllo nicht nur die hektische Stadt und den Flughafen als artifiziellen Nicht-Ort sehr einnehmend ein, sondern verleiht auch den Rückblenden etwas Besonderes, indem diese als reines Kopfkino des Protagonisten, der die Geschichten von der rätselhaften Texel geschildert bekommt, erkennbar werden.

Auch das Schauspiel von Tomasz Kot ("Cold War – Der Breitengrad der Liebe") und Athena Strates ist stark. Von zunächst kleinen Sticheleien entwickelt sich das Zusammentreffen der beiden Figuren zu einem intensiven Duell, das mehr und mehr in seelische Abgründe führt.

Fazit: Ein doppelbödiger, klug konstruierter Psychothriller mit kraftvoller Kameraarbeit und guter Besetzung.




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