oder

Remi - sein größtes Abenteuer (2021)

Rémi sans famille

In diesem französischen Familienfilm zieht ein Findelkind mit einem Straßenkünstler im 19. Jahrhundert durch die Lande.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der zehnjährige Rémi (Maleaume Paquin) lebt mit seiner Mutter, Madame Barberin (Ludivine Sagnier) auf dem Lande in Armut. Erst als der aus der Stadt zurückgekehrte Vater Jérôme (Jonathan Zaccaï) ihn ins Waisenhaus bringen will, erfährt er, dass er als Baby gefunden wurde, ausgesetzt vor einer Kirche. Ein Straßenkünstler, der mit seinem Hund und seinem Äffchen durch das Land zieht, kauft Jérôme den Jungen ab, weil er gut singen kann. Er nennt sich Monsieur Vitalis (Daniel Auteuil), aber Rémi findet bald heraus, dass er in Wahrheit ein weltberühmter Geigenvirtuose ist, der nach einer Familientragödie eine neue Identität angenommen hat.

Vitalis erweist sich als gütiger Mensch, der dem Jungen Lesen und Schreiben beibringt und seine Gesangskunst fördert. Die reiche Madame Harper (Virginie Ledoyen) will den Jungen als Spielgefährten ihrer kranken Tochter Lise (Albane Masson) aufnehmen und ihn zu deren Diener ausbilden lassen. Aber Rémi zieht mit Vitalis weiter. Der alte Mann erkrankt an der Lunge und will sich nicht behandeln lassen. Da schreibt Lise, dass ihre Mutter Rémis wahre Eltern in London ausfindig gemacht hat. Vitalis begleitet den Jungen nach England, doch dort erwartet die beiden eine böse Überraschung. Als Rémi (Jacques Perrin) selbst ein alter Mann ist, erzählt er die ganze Geschichte einer Gruppe kleiner Zuhörer*innen am Kaminfeuer.

Bildergalerie zum Film

Remi - sein größtes AbenteuerRemi - sein größtes AbenteuerRemi - sein größtes AbenteuerRemi - sein größtes AbenteuerRemi - sein größtes Abenteuer


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die abenteuerliche Geschichte eines Findelkindes, das mit einem Straßenkünstler durch Frankreich zieht und dem Geheimnis seiner Herkunft auf die Spur kommt, steckt voller Drama. So kann es in diesem Kinderfilm, der im 19. Jahrhundert spielt, auch richtig traurig werden. Aber die berührende und spannende Odyssee des Knaben Rémi, der in dem Straßenkünstler einen gütigen Ersatzvater auf Zeit findet, erzählt vor allem von der Kraft der Liebe. Auch ein elternloses Kind kann Fürsorge und Geborgenheit erfahren und später, wie die Rahmenhandlung zeigt, anderen jungen Menschen schenken.

Der Roman "Sans famille" von Hector Malot aus dem Jahr 1878 wurde im Lauf der Jahrzehnte schon öfter verfilmt, aber mit diesem Werk von 2018 ist Regisseur und Drehbuchautor Antoine Blossier eine reiz- und stilvolle neue Adaption gelungen. Die Geschichte, die ein wenig an "Oliver Twist" von Charles Dickens erinnert, lebt von der Beziehung zwischen Rémi und dem Straßenkünstler. Daniel Auteuil spielt den Mann, der sich Monsieur Vitalis nennt, seit er seinem Leben als gefeierter Geigenspieler den Rücken gekehrt hat, mit viel Herz. Obwohl er Rémi als Sänger auftreten lässt, ist er das Gegenstück zu den in vielen Romanen und Filmen vorkommenden Charakteren, die arme Kinder in ihre Obhut nahmen, um sie gnadenlos auszubeuten und zu misshandeln.

Auch Maleaume Paquin, der junge Darsteller Rémis, weiß zu überzeugen mit seinem natürlichem Spiel und Charme. Rémi schenkt Monsieur Vitalis, der schwer an einem Schicksalsschlag trägt, die Liebe eines Sohnes. Um dieses Duo gruppieren sich eine Reihe weiterer Figuren, die beiden erfahren Unterstützung, aber auch Not und Verfolgung. Die Klassenunterschiede werden deutlich, wenn Vitalis und Rémi bei einer reichen Familie auftreten, die einen Kindergeburtstag feiert. Rémi soll unterhalten, aber nicht mit den Gästen mitspielen.

Obwohl so viel geschieht und die Schauplätze oft wechseln, wirkt der episch erzählte Film nie unruhig. Die Kostüme, die Städtchen mit engen Gassen und steinernen Häusern, die Landschaften, durch die Vitalis und sein Zögling wandern, die Scheunen und Mühlen, in denen sie schlafen, lassen einen sinnlich ins Geschehen eintauchen. Heulende Wölfe kreuzen auf und Vitalis’ Hund muss sich wiederholt bewähren. In diesem sehenswerten Kinderfilm mischen sich Ernst, Gefühlswärme und Optimismus auf gelungene Weise.

Fazit: Antoine Blossiers Verfilmung eines Romans von Hector Malot aus dem Jahr 1878 bietet Abenteuer und ernstes Drama für Kinder und Familien. Im Zentrum der fesselnden Geschichte eines Findelkindes steht dessen herzliche Beziehung zu einem Kleinkünstler, der mit ihm durch das Land wandert und es als Gesangstalent auftreten lässt. Der französische Filmstar Daniel Auteuil und der Jungdarsteller Maleaume Paquin ergeben ein Duo, das auf lebhafte Weise harmoniert. Eingebettet ist die ereignisreiche, aber nie unruhig wirkende Geschichte in reizvolle Landschaften und die Kulissen einer vergangenen Epoche.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Remi - sein größtes Abenteuer

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2021
Genre: Drama, Abenteuer
Länge: 105 Minuten
Kinostart: 04.11.2021
Regie: Antoine Blossier
Darsteller: Daniel Auteuil als Vitalis, Maleaume Paquin als Rémi, Virginie Ledoyen als Mme Harper
Verleih: Filmverleih

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.