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Windstill (2020)

Drama: Eine junge Mutter lässt ihre kleine Tochter bei ihrem Freund zurück und fährt zu ihrer entfremdeten Schwester auf den elterlichen Bauernhof.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Lara (Giulia Goldammer) lebt mit ihrem Freund Jakob (Thomas Schubert) in München. Er arbeitet als Koch in einem großen Restaurant, sie kümmert sich um die einjährige Tochter und fährt nachts Taxi. Als ihr die Situation über den Kopf wächst, gibt Lara kurzerhand das Kind bei Jakob auf der Arbeit ab und begibt sich in die Provinz in Südtirol, wo ihre Schwester Ida (Barbara Kroszka) den Bauernhof der verstorbenen Eltern mit der Unterstützung des jungen Berliners Rafael (Anselm Bresgott) betreibt. Das Verhältnis zwischen den Schwestern ist äußerst angespannt, da Lara einst einfach verschwand.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Windstill" ist das Spielfilmdebüt der Drehbuchautorin und Regisseurin Nancy Camaldo, das seine Premiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2021 feierte. Erzählt wird vom Leben zweier Schwestern – zunächst in parallelen Handlungssträngen, später vereint am Ort ihrer gemeinsamen Kindheit. Das Werk schildert eine Slice-of-Life-Story; es liefert einen Ausschnitt aus dem Alltag seiner Hauptfiguren und lebt von der präzisen Beobachtung, der feinsinnigen Schauspielführung und der eindrücklichen Verkörperung.

So gelingt es Camaldo, die Frustration und Überforderung der jungen Mutter Lara in intensiven Momenten zu vermitteln. Giulia Goldammer, die 2019 in einem Nebenpart in der Komödie "Und wer nimmt den Hund?" zu sehen war, bringt die Gefühle und die psychische Belastung von Lara überzeugend zum Ausdruck, ohne hierfür viele Worte zu benötigen.

Die drei zentralen Figuren in "Windstill" – Lara, ihr Freund Jakob und ihre Schwester Ida – sind komplexe, widersprüchliche und nicht zwingend sympathische Charaktere und gerade deshalb so glaubhaft. Der Film hakt keine Plot-Points ab, sondern lässt sein Personal treiben. Er ergreift nicht Partei, bewertet und verurteilt nicht, sondern schaut einfach nur ganz genau hin. Die Arbeitssituation von Jakob und dessen Versuche, als plötzlich alleinerziehender Vater eines kleinen Kindes zurecht zu kommen, werden ebenso eindringlich festgehalten wie das schwierige, von Verletzungen geprägte Verhältnis zwischen den Schwestern.

Neben Goldammer und Thomas Schubert ("Atmen", "Wintermärchen") überzeugen auch Barbara Kroszka als Ida und Anselm Bresgott ("Druck") als deren Aushilfe und Lover Rafael auf dem Bauernhof in Südtirol. Ida wirkt freier und selbstbewusster als Lara – aber rasch wird deutlich, dass auch ihr Leben in letzter Zeit nicht nach Plan verlief. "Windstill" schlägt zuweilen einen rauen Ton an und ist dadurch nah an der Wirklichkeit.

Fazit: Ein glaubhaft erzählter, fein beobachteter Film mit interessanten Figuren und toller Besetzung.




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Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Drama
Länge: 115 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 11.11.2021
Regie: Nancy Camaldo
Darsteller: Giulia Goldammer als Lara, Thomas Schubert als Jakob, Barbara Kroszka als Ida
Verleih: W-Film

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