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Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt
Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt
© Warner Bros.

Die Geschichte der Menschheit - leicht gekürzt (2022)

Die satirische Komödie nimmt 15 Stationen der Geschichte aufs Korn.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Im August 1977 schickt die NASA die Raumsonde Voyager weit hinaus ins Weltall. Für den Fall, dass sie auf intelligentes Leben stoßen sollte, führt sie die "Golden Record" mit. Auf der Datenscheibe befindet sich unter anderen kulturellen Zeugnissen auch ein Film, auf dem die Geschichte der Menschheit in 15 Episoden geschildert wird. Im Jahr 2050 gerät die Platte in den Besitz von Außerirdischen. Die blauen Gestalten, die schwebenden Meereswesen ähneln, staunen nicht schlecht. Denn im Film, durch den sein Urheber, der Wissenschaftler Dr. Gerhard Friedle (Christoph Maria Herbst), führt, machen die Menschen den Eindruck einer ziemlich minderbemittelten Spezies.

Die unrühmliche spätere Geschichte der Menschheit kündigt sich bereits von ferne an, als sich die ersten Einzeller im Ozean paaren. Einem Weibchen schwant Böses, wenn die Evolution fortschreitet und sich Wesen an die Spitze der Nahrungskette setzen werden, die andere unterdrücken. Das Malheur geht weiter, als in der Steinzeit die Neandertaler den Kürzeren ziehen gegen Homo sapiens. Rappende griechische Philosophen, ein fluchender Jesus (Max Giermann), der auf moderne Sanftheit setzende Wikinger Erik der Rote (Ulrich Tukur) haben überraschende Versionen der historischen Ereignisse zu bieten. Das gilt auch für die Irrfahrt des Christoph Columbus (Gustav Peter Wöhler), einen Junggesellinnenabschied zwischen den Schützengräben des Ersten Weltkriegs und vieles mehr.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse1 / 5

Die Idee, historische Ereignisse zur allgemeinen Belustigung so zu erzählen, dass sich verblüffende, die Wirklichkeit gnadenlos verzerrende Erkenntnisse ergeben, ist nicht neu. Man denke nur an "Mel Brooks – Die verrückte Geschichte der Welt" von 1981. Oder auch an die deutsche TV-Serie "Sketch History", auf der dieses Kinofilmdebüt ihres Regisseurs Erik Haffner basiert. Haffner und der Drehbuchautor Chris Geletneky bleiben dem Konzept der Comedy mit einzelnen Sketchen treu für ihren Kinoritt durch die Geschichte der Menschheit. Auch ein Ausflug in die Urzeit des Planeten fehlt nicht, in der sich Einzeller in moderner menschlicher Sprache anmachen. In einer Rahmenhandlung informiert Christoph Maria Herbst als wortgewaltiger Filmmoderator Außerirdische über die seit eh und je ziemlich verkommene Menschheit.

Eine solche Parodie oder Satire bräuchte eigentlich ein übergeordnetes Thema, aus dessen Perspektive alle Episoden beleuchtet werden. Beispielsweise, dass die Menschen schon immer Klimasünder oder von Eigensucht gesteuert waren. Ansätze dazu gibt es zwar, wie spätestens der Abspannsong "Die Party ist vorbei (Bye-Bye)" enthüllt. Aber leider gelingt es beim Zuschauen nicht wirklich, aus den einzelnen Episoden eine Aussage herauszuschälen. Worauf will zum Beispiel der Sketch hinaus, in dem der Seefahrer Columbus von seiner Mannschaft ständig veräppelt wird? Oder die Episode mit den zwei deutschen Handwerkern, die den Bau der chinesischen Mauer versemmeln? Der Mangel an Sinn macht das Zuschauen anstrengend, man findet keine rote Linie und fühlt sich für dumm verkauft. Dabei gibt es hin und wieder nette Momente oder sogar Minuten, etwa mit einem Auftritt Greta Thunbergs (Jeanette Hain) im Jahr 2050. Oder im Sketch, in dem sich Egoisten und um Erklärung Verlegene erfolgreich auf die Religion herausreden.

Es überwiegt jedoch peinlicher Frust. Für so einen Film gibt es Fördergeld? Das Niveau ist generell unglaublich niedrig, mit Furzwitzen, einem böse fluchenden Jesus, dem erigierten Penis von Michelangelos David und einem Hang zu abgeschlagenen Köpfen. Nicht nur Klaus Störtebeker (Kostja Ullmann) ist davon betroffen, auch in der Episode mit der Guillotine zur Zeit der Französischen Revolution wird natürlich hingerichtet. Dazu gibt es blödelnden Gesang, aber der Witz kommt nicht in Schwingung.

Fazit: Diese Sketche vom Neandertaler bis zum Zweiten Weltkrieg samt einer Rahmenhandlung mit Christoph Maria Herbst und schwebenden Aliens erweisen sich als barer Unsinn. Regisseur Erik Haffner und Drehbuchautor Chris Geletneky scheitern beim Versuch, das Konzept ihrer TV-Serie "Sketch History" für das Kino auszubauen. Was den meisten Comedy-Episoden nämlich fehlt, sind auf peinliche Weise die zündenden Ideen und eine Botschaft, die diese verfremdenden Parodien geschichtlicher Meilensteine begründen würde. Offenbar kann nicht verhindert werden, dass Fördergelder auch mal ein filmisches Produkt ermöglichen, das sein Publikum ohne erkennbare Skrupel enttäuscht.




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Land: Deutschland
Jahr: 2022
Genre: Historie
Länge: 96 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 16.06.2022
Regie: Erik Haffner
Darsteller: Jeanette Hain, Christoph Maria Herbst, Heino Ferch
Verleih: Warner Bros.

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