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Plan A - Was würdest du tun? (2021)

Historisches Drama: Eine Gruppe jüdischer Überlebender plant, das Wasser in Deutschland zu vergiften.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Deutschland im Jahre 1945: Max (August Diehl) hat den Holocaust überlebt, wurde jedoch von seiner Ehefrau Ruth und seinem kleinen Sohn Benjamin getrennt. Sein Haus wurde inzwischen von der deutschen Familie eingenommen, die Max und Ruth zu Kriegszeiten bei der Gestapo verraten hat. So begibt sich Max auf die Suche nach Ruth und Benjamin, muss aber bald erfahren, dass die beiden von den Nazis getötet wurden.

In der italienischen Stadt Tarvis schließt er sich einer Gruppe osteuropäischer, jüdischer Personen an, von denen die meisten wie er selbst KZ-Überlebende sind. Unter dem Namen Nakam haben sie, angeführt von Abba Kovener (Ishai Golan), den sogenannten "Plan A" entwickelt: Sie wollen Gift in das Trinkwasser verschiedener deutscher Städte mischen, um Rache zu nehmen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Nach den Genrefilmen "Jeruzalem" (2015) und "Golem – Wiedergeburt" (2018) legt das israelische Brüder-, Drehbuch- und Regie-Duo Doron und Yoav Paz das im Deutschland der unmittelbaren Nachkriegszeit angesiedelte Thriller-Drama "Plan A – Was würdest du tun?" vor. Im Zentrum des Werks steht eine fiktive Figur; der Plot, der um den jüdischen Schoah-Überlebenden Max herum passiert, beruht jedoch auf Tatsachen und stützt sich auf das Sachbuch "Vengeance and Retribution Are Mine" der Historikerin Dina Porat. Darin wird der (letztlich vereitelte) Plan der Nakam-Gruppe unter Führung von Abba Kovener geschildert: Um die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland zu rächen, wollte der überwiegend aus KZ-Überlebenden bestehende Geheimbund die Wasserversorgung vieler deutscher Großstädte vergiften.

Die Verbindung eines historischen Stoffes mit Spannungselementen, wie es sie etwa auch in László Nemes' "Son of Saul" (2015) gab, erfordert Feingefühl. "Plan A" setzt zuweilen zu stark auf wuchtige Musik und dramaturgische Zuspitzungen, wird aber vor allem von einer durchdachten Figurenzeichnung und intensiven Schauspielleistungen getragen. So liefert der Berliner August Diehl ("23 – Nichts ist so wie es scheint") in der Hauptrolle eine hingebungsvolle Darbietung. Die Motivation des Protagonisten, sich an dem Racheplan zu beteiligen, wird nicht gutgeheißen; der Film zeigt zu Beginn jedoch nachvollziehbar auf, wie Max alsbald nichts mehr zu verlieren hat und voller Trauer, Wut und Hass ist. Auch die übrige Besetzung, darunter Sylvia Hoeks ("Blade Runner 2049") und Nikolai Kinski, vermag zu überzeugen.

"Auge um Auge, sechs Millionen für sechs Millionen", heißt es an einer Stelle des Films. Die Idee, durch Mord Vergeltung für sechs Millionen jüdische Ermordete zu üben, wird in all seiner erschütternden Ambivalenz durch die Figuren diskutiert. Die Unmöglichkeit, als Überlebende des Holocaust einen Weg zu finden, mit den Verbrechen der Deutschen umzugehen, während im Land noch immer eine Bedrohung und kaum Reue zu spüren ist, erfasst die Inszenierung eindrücklich – nicht zuletzt durch eine präzise Ausstattungsarbeit, die das Leben und die Atmosphäre im Jahre 1945 glaubhaft einfängt.

Fazit: Ein eindringlicher Historienfilm zu einem schwierigen, bisher wenig bearbeiteten Thema mit sehr guter Besetzung.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollWarum haben sich die Juden nicht nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an den Deutschen gerächt?
Diese Frage, die auch heute noch provoziert und fasziniert, stellen Doron und Yoaz Paz in PLAN A. Der Film basiert auf historischen Fakten. [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland, Israel
Jahr: 2021
Genre: Thriller, Drama
Länge: 109 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 09.12.2021
Regie: Doron Paz, Yoav Paz
Darsteller: August Diehl als Max, Sylvia Hoeks als Anna, Michael Aloni als Michael
Verleih: Camino

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