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Beauty Water (2021)

Gigigoegoe seonghyeongsu

Body-Horror aus Korea: Der auf eine Geschichte des Webtoons "Tales of the Unusal" von Oh Sung-dae basierende Animationsfilm wird zwar im letzten Drittel etwas arg grell und diffus, aber sehenswert ist die Nummer, die man sich oder so ähnlich auch als Realfilm von David oder zumindest Brandon Cronenberg vorstellen könnte, durchaus – und überhaupt, wie oft kriegt man schon mal einen Animationsfilm aus Südkorea vor die Pupillen?Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Erzählt wird die Geschichte der übergewichtigen Yaeji, eine Make-Up-Künstlerin, die für eine hyper-arrogante Schauspielerin arbeitet und permanent deren Demütigungen ausgesetzt ist. Aus Frust stopft sich die junge Frau, die als Kind Ballerina-Träume hegte, nach getaner Arbeit mit Chips voll, verhält sich aggressiv gegenüber ihren Eltern und lässt als Internet-Troll Dampf ab. Doch eines Tages gerät sie in an das Mittel Beauty Water, mit dessen Hilfe sie ihr Gesicht problemlos neu gestalten kann, eine dubiose Kosmetikerin des Herstellers kümmert sich um den Rest. Aus der grauen Maus wird ein wunderschöner Schwan, der in einer nur auf Oberflächlichkeiten fixierten Welt natürlich sofort Karriere im Showbusiness macht. Womit ihre Probleme allerdings noch lange nicht beendet sind….

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der ästhetisch zwiespältige – es wird Handgezeichnetes mit Computeranimiertes gekoppelt – aber nicht reizlose Film ist allein schon deswegen bemerkenswert, weil er eine Figur in den Mittelpunkt rückt, die, im Trick- sowie im Realfilm, verhältnismäßig selten auftaucht: Yaeji ist nicht grotesk fett oder gar hässlich, sondern lediglich etwas aus dem Leim geraten – die Außenseiterposition wird dadurch erfahrbarer als bei den sonst üblichen Überformungen. Und überhaupt legt der Film – zumindest in der ersten Hälfte – weitaus größeren Wert auf die psychologische Komponente als auf die sich angesichts der Thematik anbietenden Effekt-Bilder. So muss sich Yaeji nach ihrer wundersamen Wandlung erstmal in ihre neue Rolle einfinden, sie reagiert eher irritiert, als erfreut über den Umstand, dass sie nun aufgrund ihrer atemberaubend guten Aussehens angestarrt wird, die alten Erfahrungen wirken nach. Hier wird mit immerhin soviel Einfühlungsvermögen umgesetzt, dass man die gelegentlich etwas aufdringliche Gesellschaftskritik, die permanent mitschwingt (der Schönheitswahn ihrer Tochter frisst den Eltern weit mehr als die Haare auf dem Kopf) bereitwillig mitnimmt. Allerdings verwandelt sich nicht nur die Protagonistin, sondern auch der Film, doch leider zu dessen Nachteil – mit zunehmender Laufzeit kippt das Ganze in einen effektfokussierten Bodyhorror-Thriller, der das vormals gezeigte Interesse an seiner Protagonistin komplett aufgibt.




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Land: Südkorea
Jahr: 2021
Genre: Thriller, Animation
Länge: 85 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 28.12.2021
Regie: Cho Kyung-hun
Darsteller: Moon Nam-sook
Verleih: Kazé

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