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Jack's Ride (2021)

Das portugiesische Drama "Jack's Ride" folgt einem früheren Taxifahrer kurz vor dem Ruhestand, der mit Bewerbungen den Zeitraum bis zur endgültigen Rente überbrücken muss.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Jaoquim J. Calcada (Joaquin Veríssimo) ist Mitte 60, lebt in der portugiesischen Gemeinde Alhandra und steht kurz vor der Rente. Um die Zeit zu überbrücken, will er Arbeitslosengeld beziehen. Vorher muss er noch durch ein paar Pro-forma-Bewerbungen beweisen, dass er sich um Arbeit kümmert. Die Mitarbeiterin im Jobcenter fragt ihn standartmäßig, worin er ausgebildet ist und was er bislang in seinem Leben gearbeitet hat – und Joaquin erzählt und taucht ein in seine Vergangenheit. Mit Anfang 20 kam er in die USA und begann ohne Sprachkenntnisse als Putzkraft zu arbeiten. Bis er schließlich als Chauffeur in einem Limousinen-Dienst einstieg und später Taxifahrer wurde. Die Zeit in New York war geprägt von außergwöhnlichen Erlebnissen und spannenden Begegnungen. Doch er berichtet auch von seiner Rückkehr in die portugiesische Heimat Anfang der 90er-Jahre, als sich die Lage im Land stabilisierte.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Reflexionen rund um die Themen Arbeit, staatlicher Einfluss und Arbeitswelt. Einige der Kernthemen und -inhalte in den Werken der portugiesischen Regisseurin Susana Nobre. So auch in "Jack’s Ride". Internationale Premiere feierte der Film in diesem Sommer auf der Berlinale, Ende Oktober folgte die Präsentation auf der Viennale. Die 47-jährige Susana Nobre legte ihr Debüt 2003 mit der Doku "Daycare Hospital" vor.

Susana Nobre stellt einen durch und durch außergewöhnlichen, eigentümlichen aber grundsympathischen Charakter ins Zentrum ihres Films, der schon rein optisch aus der Reihe fällt: Jaoquim trägt Mantel und pomadige Elvis-Tolle, ist stoisch und introvertiert. Aber erträgt die "Mühlen der Bürokratie" anstandslos. Dazu gehört auch, dass er die (vom Amt vorgeschlagenen) und in Frage kommenden Arbeitgeber sowie im ländlichen Raum gelegenen Firmen abfährt und sich dort den Stempel fürs Jobcenter abholt. Dieser beweist, dass sich Joaquin dort vorgestellt hat. Wohl wissend, dass er nie eine echte Chance auf eine Neunstellung hat – aufgrund seines Alters. Das Jobcenter ist sich dessen ebenso bewusst.

"Jack’s Ride" verschränkt mehrere Zeitebenen sowie das Reale und Irreale und fungiert als eine Art Roadmovie durch die Vergangenheit. Und durch die vergangenen (Berufs-)Stationen der kauzigen Hauptfigur. Gleichzeitig ist der Film eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation des Landes und der schwierigen Lage auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt. Die Themengebiete und Inhalte, die Nobre gekonnt und ohne moralischen Zeigefinger in der gegenwärtigen Haupthandlung anspricht: der Teufelskreis aus Bewerbungen, Bürokratie und Ämtern, die hohe Arbeitslosenquote im Land und die schwierige Lage für Arbeitsmigranten.

Ein solcher war Joaquin auch, als er einst nach New York kam. Damit schließt sich der inhaltliche Kreis und Nobre spannt den Bogen von den 70ern bis in unsere Zeit. Apropos 70er: Rein technisch bzw. visuell erinnert der Film, gleichsam in Sachen Format und Kamera, an Klassiker des New Hollywood, die in den 70er-Jahren große Erfolge bei Publikum und an den Kassen feierten. Dazu zählen Meilensteine wie "Taxi Driver", "French Connection" und "Die Unbestechlichen".


Fazit: Mehrdeutiges, intelligentes und sinniges Porträt eines schrulligen Hauptcharakters, das auf kluge Weise Zeit- und Handlungsebenen miteinander vermählt.




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Land: Portugal
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 70 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 18.11.2021
Regie: Susana Nobre
Darsteller: Maria Carvalho, Amindo Martins Rato, Joaquim Veríssimo
Verleih: Wolf Kino

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