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Saint-Narcisse (2021)

Exploitation-Drama: Ein junger Mann findet heraus, dass seine Mutter noch lebt – und dass er einen Zwillingsbruder hat.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der Motorradfahrer Dominic (Félix-Antoine Duval) lebt bei seiner Großmutter Marie (Angèle Coutu) und kümmert sich um sie. Als er eine Reihe alter Briefe von seiner bis dato für tot gehaltenen Mutter Beatrice (Tania Kontoyanni) entdeckt, macht er sich auf die Suche nach ihr. In dem Dorf, in dem Beatrice wohnt, gilt sie unter den Leuten als "Hexe". Zudem wird über die junge Irene (Alexandra Petrachuk) gerätselt, die mit ihr zusammenlebt.

Dominic stattet den beiden Frauen einen Besuch ab. Überdies wird er auf eine Gruppe von Mönchen aufmerksam, von denen einer, Daniel (ebenfalls Félix-Antoine Duval), genauso aussieht wie er selbst.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit wilden Exploitation-Werken wie "No Skin Off My Ass" (1991), "Hustler White" (1996) oder "Otto; or, Up with Dead People" (2008) avancierte der Kanadier Bruce LaBruce zur Queer-Cinema-Ikone. Und mit "Geron" (2013), einer Romanze zwischen einem jungen und einem deutlich älteren Mann, bewies der Filmemacher wiederum, dass er auch die ruhigeren Töne beherrscht (und dabei dennoch heteronormative Grenzen zu sprengen vermag). Seine neueste Arbeit "Saint-Narcisse" mixt nun Elemente eines übersteigerten Melodrams mit Erotik- und Sleaze-Szenen – und liefert eine moderne Variante des griechischen Mythos von Narziss.

Auch hier gibt es einen schönen Jüngling – den muskulösen Motorradfahrer Dominic –, der sich gewissermaßen in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Genauer formuliert: in seinen bisher unbekannten Zwillingsbruder, der zurückgezogen als Mönch in einem Kloster lebt. LaBruce widmet sich dem Begehren zwischen den beiden Männern, die beide von Newcomer Félix-Antoine Duval verkörpert werden. Hinzu kommt zum einen ein Familiendrama um eine unverhofft wiedergefundene Mutter, samt extra-kitschig gestalteter Rückblenden in deren Backstory. Und zum anderen ein trashiger Revenge-Strang um den diabolischen Father Andrew.

Wie bei LaBruce üblich, gerät das alles teilweise sehr krude, doch in jedem Fall höchst unterhaltsam. Und bei aller Freude an der Provokation vermittelt "Saint-Narcisse" nebenbei die hübsche Botschaft, dass auch unkonventionelle Familien ihr ganz eigenes Glück finden können.

Fazit: Eine amüsante Mischung aus queerer Ästhetik, absurdem Plot und lustvollem Spiel mit Genre-Zutaten.




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Land: Kanada
Jahr: 2021
Genre: Drama, Komödie
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 25.11.2021
Regie: Bruce La Bruce
Darsteller: Félix-Antoine Duval als Dominic / Daniel, Tania Kontoyanni als Beatrice (The Mother), Alexandra Petrachuk als Irene / Agathe
Verleih: Cinemien

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