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Die Kunst der Stille - Marcel Marceaus Geheimnis (2021)

Die Kunst der Stille

Dokumentarfilm: Der französische Pantomime Marcel Marceau (1923-2007) war eine künstlerische Ikone – und obendrein ein Widerstandskämpfer.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Marcel Marceau wuchs in Straßburg als Sohn jüdischer Eltern auf. Als seine Familie nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fliehen musste, sah sich Marceau gezwungen, seinen Traum einer Schauspielausbildung vorerst aufzugeben. Er schloss sich zusammen mit seinem Bruder einer Gruppe an, die jüdische Waisenkinder über die deutsch-französische Grenze brachte, um sie vor den Nazis zu beschützen. Jene Gruppe wurde schließlich Teil der Résistance-Bewegung. Sein Vater wurde im Februar 1944 verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Ab 1946 machte Marceau eine Ausbildung im Pariser Sarah-Bernhardt-Theater. Als tragikomischer Clown Monsieur Bip wurde er durch zahlreiche Tourneen weltberühmt. Überdies trat er im Fernsehen auf und war in Filmen zu sehen.

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In seinem Dokumentarfilm "Die Kunst der Stille – Marcel Marceaus Geheimnis" porträtiert der Schweizer Regisseur Maurizius Staerkle Drux, Jahrgang 1988, den französischen Meister der Pantomime. Staerkle Drux, der unter anderem auch als Sound-Designer tätig ist, konzentriert sich dabei auf Marceaus Wirken im französischen Widerstand während des Zweiten Weltkrieges sowie auf das künstlerische Vermächtnis des Mannes, der als tragikomischer Clown Bip mit weiß geschminktem Gesicht, Ringelhemd, zerbeultem Hut und roter Blume internationalen Ruhm erlangte.

Das dokumentarische Werk erzählt uns, wie der junge Marceau den US-Stummfilm-Star Charlie Chaplin entdeckte, der zu einem seiner Vorbilder wurde und den er bald perfekt zu imitieren vermochte. Durch Archivmaterial können wir Marceaus titelgebende "Kunst der Stille" miterleben. Seine politische Tätigkeit wird überwiegend über Talking Heads vermittelt – so kommen etwa ein über 100 Jahre alter Mann und dessen Sohn zu Wort, um von Marceaus Hilfsaktionen zu berichten, die vielen Kindern das Leben retteten.

Bemerkenswert ist, wie der Film zeigt, welchen Einfluss Marceau noch heute auf die Menschen hat. Die Witwe und die Töchter von Marceau betreiben beispielsweise ein Theater, das ganz im Zeichen des unvergesslichen Pantomimen steht. Sein Enkel ist als Tänzer ebenfalls stark vom Erbe des Großvaters geprägt. Und schließlich befragt und begleitet Staerkle Drux auch seinen eigenen Vater, der gehörlos geboren wurde und für den die Kunstform der Pantomime eine besondere Bedeutung hat.

Fazit: Ein spannendes Porträt der französischen Pantomimen-Ikone, das vor allem vom heutigen und persönlichen Blick profitiert.




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Land: Schweiz, Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Dokumentation
Länge: 82 Minuten
Kinostart: 05.05.2022
Verleih: W-Film

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